Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Wie kann man magere artenreiche Mähwiesen langfristig schützen? Ein noch ungelöstes Problem!

Quelle: Forstarchiv 80: 5, 251-264 (2009)
Autor(en): RUTHSATZ B

Kurzfassung: Auf der Grundlage einer weiträumigen Bestandserfassung von artenreichen und mageren Mähwiesen (mit geschätzten Populationsgrößen gewichtete Gesamtartenlisten von 963 Flächen) im Westen von Hunsrück und Eifel wurde untersucht, ob die daran beteiligte, selten werdende Flora in repräsentativen Gebieten nachhaltig geschützt werden kann. Ähnliches ist für viele Magerrasentypen einige Jahrzehnte früher durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten relativ erfolgreich angewandt worden und wird inzwischen von der Gesellschaft akzeptiert. Die längerfristigen Überlebenschancen von selten werdenden Wiesenpflanzen werden anhand von Grenzwerten der Populationsgrößen und einer Mindestzahl an Wiesen pro Gebiet versucht zu bewerten. Der Vergleich der Gesamtflora der Wiesen in den untersuchten Landschaften mit derjenigen von 8 ausgewählten Wiesenkomplexen zeigt, dass dies zumindest für schon jetzt seltene Arten langfristig nicht erfolgreich sein kann. Gründe dafür sind: 1. Der Mangel an größeren, abgrenzbaren Gebieten mit vielen und vielfältig zusammengesetzten Mähwiesen. 2. Die inzwischen insgesamt stark geschrumpften Populationen vieler typischer Wiesenpflanzen. 3. Die für fast alle mageren Graslandflächen seit Langem wirksame Isolation ohne Diasporenaustausch zwischen den verstreuten Teilpopulationen der rückläufigen Arten. Nur ein System aus einigen solcher größerer Wiesenkomplexe zusammen mit besonders artenreichen und gut erhaltenen Einzelwiesen oder kleinen Wiesengruppen könnte zum Erhalt der noch vor wenigen Jahrzehnten weit verbreiteten Magerwiesen in der an unterschiedlichen Standorten reichen und floristisch vielfältigen Landschaft von Hunsrück und Eifel wirksam beitragen. Dies erscheint jedoch nur mit klarem gesellschaftlichem Rückhalt umsetzbar, der gegenwärtig (noch?) nicht besteht.


How can we protect nutrient-poor and species-rich meadows in the long term? A still unsolved problem!

Abstract: Based on a broad inventory of nutrient-poor and species-rich meadows (species lists of 963 meadows, weighted by estimated population sizes) in the western Hunsrück and Eifel the following question has been studied: Is it possible, to protect the encreasing rarity of this meadow flora in representative areas with a lasting success? A similar process occurred several ten years ago with respect to other nutrient-poor grassland types by creating nature reserves, and finally has been accepted by the society. The long-term chances of survival of decreasing meadow plants have been assessed by using a tentative limit value for population sizes and a minimum number of meadows per area. But the comparison of the meadow flora of the entirely studied landscapes with that of the 8 selected meadow areas proved, that this cannot be successful at least not in the long term. The reasons for it are: 1. A lack of restricted areas with many meadows and suffiently diverse ecology. 2. The meanwhile extremely shrinking population size, especially of the endangered species. 3. An effective and since long ruling isolation of nearly all nutrient poor meadows, with respect to the interchange of diaspores within populations of the decreasing plant species. Only a system of some of those meadow areas together with especially species rich and well conserved meadows or small meadow groups could contribute effectively to the preservation of these nutrient poor meadows, since few decades still widely spread in the ecologically and floristically diverse landscapes of Hunsrück and Eifel. But this can only be achieved by the clear support of the society, today (yet?) missing

© DLV München

 

Auch interessant

von