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FLL-Arbeitskreis Arten- und Naturschutz bei Baumkontrollen gegründet

FLL-Arbeitskreis Arten- und Naturschutz bei Baumkontrollen gegründet

Nach Einführung des neuen Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) im März 2010 besteht bei Baumpflegemaßnahmen ein deutliches Informationsdefizit. Laut eines Forschungsberichtes (s.u.) gibt es einen hohen Bedarf an weiteren Informationen bzw. Empfehlungen auf Basis des BNatSchG zum Artenschutz und zum Erhalt wertvoller Lebensräume, zu Baumpflegemaßnahmen und der Berücksichtigung der Verkehrssicherung. Um dies zu ändern, hat die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) den Arbeitskreis (AK) Arten- und Naturschutz bei Baumkontrolle und Baumpflege ins Leben gerufen. Am 17. Juni 2013 hat sich der AK konstituiert, FLL-Geschäftsführer Jürgen Rohrbach begrüßte die AK-Mitglieder in der Geschäftsstelle. Als Leiter wurde auf Vorschlag des FLL-Präsidiums Marco Wäldchen, öbv Sachverständiger aus Ulrichstein, einstimmig bestätigt.
Die Ergebnisse der Arbeit des neuen AK sollen in einer bundesweiten FLL-Empfehlung (bzw. Praxisleitfaden oder Fachbericht) veröffentlicht werden. Die Ausrichtung dieses Praxisleitfadens/Fachberichts sowie seine Inhalte definierten die Mitglieder des AK folgendermaßen:
  • Verständliche Hilfestellung für Praxis, Handlungshilfe/Checkliste/Maßnahmenliste für betroffene Praktiker vor Ort sein;
  • Hilfestellung von Experten mit Sachverstand aus der Praxis für Gerichte in Konfliktfällen (praktische Konkordanz) anbieten;
  • auch Auftraggebern unterstützen;
  • für allgemeinen Artenschutz sensibilisieren, Betonen der Lebensgrundlage für Menschen;
  • rasches Herstellen einer Öffentlichkeit fördern;
  • zusätzliche Flyer (ggf. mit Hinweis darauf im Fachbericht) ermöglichen;
  • Wahrnehmen und Berücksichtigen von konkreten Veränderungen in der Baumpflege, Berücksichtigung in anderen Regelwerken.

Inhalte sollen u.a. sein:

  • Gesetzliche Rahmenvorgaben des Arten- und Biotopschutzes in der Baumpflege auf Grundlage des BNatSchG;
  • Hilfen für Firmen des Garten- und Landschaftsbaus bei Eingriffen in die Landschaft;
  • Erkennen und Bewerten von wertvollen Lebensräumen und geschützten Biotopen (z. B. Höhlenbäume), Besonders geschützte Arten und wertvolle Zeigerarten;
  • Baum, Sträucher und Hecken als eigene Lebewesen mit Hinweis auf die Vielzahl von dort lebenden Organismen;
  • besondere baumpflegerische Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen für wertvolle Lebensräume und geschützte Biotope;
  • ökosystemare Darstellung möglicher Potenziale, auch ökonomische Konsequenzen;
  • Arbeitssicherheit (z.B. enge Terminsetzungen bei schlechter Witterung);
  • Fortbildungshinweise für Baumkontrolleure, Baumpfleger bis hin zur Sachverständigen
  • Kommunikationswege (z. B. ortsnahe/regionale Expertenlisten)
  • Best-Practise-Beispiele/Einzelfälle aus Erfahrungen anführen (z.B. Umgang mit teilweise abgestorbenen Kronen).
 
Die FLL beabsichtigt, auf ihrer Homepage dem Artenschutz einen besonderen Raum zu geben und eine Expertenliste vorzubereiten, auf die im Fachbericht hingewiesen werden soll. Damit wird den Praktikern eine große Hilfestellung in Aussicht gestellt. AK-Leiter Marco Wäldchen zeigte sich zufrieden mit der Konstituierung des Arbeitskreises. „Die Bedeutung eines Praxisleitfadens war erkennbar groß, alle wollen ihn möglichst rasch haben. Eine gute Voraussetzung für eine engagierte Arbeit!“

FLL

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