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Flatterulmenvorkommen bei Lippstadt genetisch gesichert

Im Schwarzen Rabener Wald bei Lippstadt wurden am 23. Mai die Samen vom Baum des Jahres 2019, der Flatterulme, mittels Hubsteiger beerntet und damit für die Zukunft gesichert.

Bei den Flatterulmen handelt es sich um herausragendes Vorkommen in Westfalen, welches als DKV-Sonderherkunft (Deutsche Kontrollvereinigung für forstliches Saat- und Pflanzgut) anerkannt ist, aber bisher noch nie beerntet wurde.

Die Flatterulme ist von den 3 heimischen Ulmenarten die wohl am wenigsten bekannte. Sie ist ein Baum der Flußauen und feuchter Standorte. Auffällig und unter europäischen Baumarten einmalig sind ihre „Brettwurzeln“, die ihr auf nassen Böden eine bessere Standhaftigkeit und Sauerstoffversorgung geben. Im Gegensatz zu Berg- und Feldulme ist die Flatterulme vom „Ulmensterben“ weniger betroffen. Nach „Roter Liste“ gilt die Flatterulme in Nordrhein-Westfalen als „stark gefährdet“.

Effektive Ernte

Üblicherweise erfolgt bei Laubbäumen die Saatgutgewinnung über am Boden ausgelegte Netze. Ein Großteil der beerntungswürdigen Bäume war in diesem Fall über eine öffentliche Straße zugänglich, sodass – mit Unterstützung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW – die zwar teurere, aber wesentlich effektivere Beerntung mit einem 30m-Steiger erfolgen konnte. Die Aufbereitung des Saatgutes und die Einlagerung werden von der Forstgenbank in Arnsberg übernommen, die Anzucht erfolgt durch die Baumschule Jungermann in Lippstadt. Das nachgezogene Pflanzgut wird später auf geeigneten Standorten wie z.B. den Lippeauen im Forstrevier Anröchte verwendet werden.

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW

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