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Niedersachsens Forstminister Lindemann: Greenpeace auf dem Holzweg

Flächenstilllegung ist kontraproduktiv

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann hat den Tag der Nachhaltigkeit, der vom Rat für Nachhaltige Entwicklung am 4. Juni 2012 ausgerufen worden ist gewürdigt. Lindemann: „Ich begrüße diese Initiative, weil der zukünftige Umgang mit unseren Ressourcen nur nachhaltig geschehen kann. Nachhaltigkeit ist das logische Rezept zum Umgang und Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen“.
Der Begriff Nachhaltigkeit sei heutzutage in aller Munde. Er diene häufig dazu, lediglich beständige Sachverhalte zu beschreiben. Nachhaltigkeit sei aber mehr. Minister Lindemann erläuterte: „Im modernen Sinne ist gemeint, dass in allen Bereichen des ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkens und Handelns etwas andauern, bleiben, nachwirken oder haltbar sein soll noch lange nachdem es genutzt, verbaut oder in Bewegung gesetzt wurde“.
„Nachhaltigkeit hat also vor allem etwas mit Langfristigkeit und Dauerhaftigkeit, Erhalt der Regenerationskraft und auch mit Beschränkung zu tun“, erklärte Minister Lindemann weiter. Das sei schon vor fast 300 Jahren in Bezug auf die Forstwirtschaft formuliert worden. 1713 hatte Hans Carl von Carlowitz, ein sächsischer Berghauptmann im Erzgebirge, in einer Publikation von der „nachhaltenden Nutzung der Wälder“ gesprochen und damit gemeint, dass nur so viel Holz genutzt werden dürfe, wie im Wald auch nachwächst.
„Dieses Prinzip hat dazu geführt, dass wir in den vergangenen 300 Jahren nach einer verheerenden Waldvernichtung durch Raubbau heute in Deutschland wieder vitale, arten- und vorratsreiche Wälder haben. Das gilt auch bei uns in Niedersachsen“, hob der Landwirtschaftsminister hervor. Die im Augenblick laufende Bundeswaldinventur III, deren Ergebnisse 2014 vorliegen werden, werde dieses – wie schon die Vorgängerinventur – sicher wieder anschaulich belegen. Die nachhaltig und ökologisch bewirtschafteten Wälder in Niedersachsen seien ein Beleg dafür, dass die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion sowie die biologische Vielfalt und damit das Artenspektrum in unseren Wäldern einen hohen Standard einnehmen.
So werde beispielsweise in den Niedersächsischen Landesforsten seit Jahrzehnten auf der Grundlage des Waldbauprogramms „Langfristige Ökologische Waldentwicklung (LÖWE)“ gearbeitet. Dieses Programm bringe neben dem Prinzip der Nachhaltigkeit auch die Forderungen an eine multifunktionale Waldbewirtschaftung zum Ausdruck. Im Privatwald würden die Wälder auf ähnlicher Grundlage nach den Regeln der naturnahen Waldbewirtschaftung behandelt.
„Dazu passt es allerdings nicht, wenn von Umweltseite heutzutage gefordert wird,
5 bis 10 % der Buchenwaldflächen still zu legen. Der Wald ist ein dynamisches Ökosystem, welches ein Teil unserer Kulturlandschaft ist. Das heißt wir müssen im Sinne der Nachhaltigkeit unsere Wälder langfristig und mit Bedacht weiterentwickeln, dazu gehört auch die Bewirtschaftung. Flächenstilllegung ist dabei kontraproduktiv, nicht zuletzt auch aus klimapolitischen Gründen; denn nur wachsende Wälder binden in großem Umfang das Klimagas CO2″, betonte Minister Lindemann. Die Kohlenstoff-Studie der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen aus dem Jahr 2011, die im Auftrag der Landesregierung erstellt wurde, belege dieses sehr anschaulich.
ML Niedersachsen

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