Waldbau

Waldstrukturdaten für die Forstwirtschaft

Bearbeitet von Martin Steinfath

Umfassende und qualitativ hochwertige Informationen über strukturelle Eigenschaften von Wäldern, wie z. B. Holzvorräte, sind wesentliche Grundlage einer modernen, effizienten und nachhaltigen Forstwirtschaft. Räumlich hoch aufgelöste, standardisierte und regelmäßig aktualisierte Daten liegen jedoch häufig nicht flächendeckend vor. In dem Beitrag: „Flächendeckende Waldstrukturdaten für die Forstwirtschaft“ in AFZ-DerWald 3/2021 wird der Frage nachgegangen, inwiefern auf Fernerkundungsdaten gestützte, standardisierte Verfahren zur Erfassung von Waldstrukturen diese Lücke schließen können.

Vereinzelt werden bereits fernerkundungsbasierte Verfahren zur Ableitung von Waldstrukturdaten erfolgreich in die forstliche Praxis integriert. Deren Einsatz ist jedoch häufig räumlich begrenzt und die deutschlandweite Anwendbarkeit aufgrund einer fehlenden Standardisierung nicht gewährleistet. Melanie Kirchhöfer, Philip Beckschäfer, Petra Adler, Jörg Ackermann informieren nun in dem Beitrag „Flächendeckende Waldstrukturdaten für die Forstwirtschaft“ in AFZ-DerWald 3/2021 über den aktuellen Stand des FNR-Verbundprojekts F³ – „Flächendeckende Fernerkundungsbasierte Forstliche Strukturdaten“.

Ziel des Projektes

Ziel des F³-Projektes ist die Entwicklung von Methoden und Verfahren zur regelmäßigen und flächendeckenden Generierung von Waldstrukturdaten und deren Bereitstellung zur Verwendung in Forstbetrieben, Verwaltungen und für wissenschaftliche Zwecke. Um hierbei verschiedene regionalspezifische Waldformationen berücksichtigen zu können, wurden sechs Projektgebiete ausgewählt, drei in Baden-Württemberg und drei in Niedersachsen. Die Projektgebiete umfassen eine Waldfläche von 3.446 km². Mit den nadelholzdominierten Waldbeständen im Alpenvorland und Südschwarzwald (Fichte und Tanne) sowie im Harz (Fichte), der kieferndominierten Heide und den buchenreichen Mischwäldern im Solling und auf der Schwäbischen Alb sowie den laubholzdominierten Flächen in der südlichen Oberrheinebene wird ein breites Spektrum von Baumartenzusammensetzungen und standörtlichen Bedingungen abgedeckt und eine möglichst breite Anwendbarkeit der entwickelten Verfahren erzielt.

Die im F³-Projekt entwickelten standardisierten Verfahren bieten eine Grundlage für die deutschlandweite, weitgehend automatisierte Ableitung fernerkundungsbasierter, flächendeckender Waldstrukturdaten. Die Verfahren basieren auf Oberflächenmodellen, welche aus digitalen Luftbildern der landesweiten Befliegungen der Landesvermessungsämter abgeleitet werden. Aus den digitalen Stereoluftbildern werden durch automatisierte, photogrammetrische Verfahren digitale Oberflächenmodelle (DOM) abgeleitet, die zur Erstellung der Waldstrukturdaten genutzt werden.

Damit lässt sich das Potenzial fernerkundungsbasierter Daten in größerem Umfang der forstlichen Praxis sowie Forschung zugänglich machen und zudem eine einzigartige Datengrundlage zur Unterstützung der nachhaltigen Forstwirtschaft geschaffen werden.

Wenn Sie detailliertere Informationen dazu wünschen, finden Sie hierzu einen Artikel in der digitalen Ausgabe von AFZ-DerWald

Text: Melanie Kirchhöfer, Philip Beckschäfer, Petra Adler, Jörg Ackermann