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Fichtenbewirtschaftung im bayerischen Staatswald

Fichtenbewirtschaftung im bayerischen Staatswald

Die Jahrestagung der Bezirksgruppe Niederbayern-Oberpfalz des Bayerischen Forstvereins in Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten stand ganz unter dem Zeichen des Klimawandels und seinen Auswirkungen auf den bayerischen „Brotbaum“, die Fichte.

Vorstand Reinhardt Neft sowie Waldbauspezialisten und Praktiker des Forstbetriebs Flossenbürg und der Zentrale der Bayerischen Staatsforsten stellten zentrale Überlegungen und erste Erfahrungen mit den neuen, Anfang 2009 veröffentlichten Fichtenbewirtschaftungsgrundsätzen im bayerischen Staatswald vor. Diese stimmen hoffnungsvoll, dass die Fichte in strukturreichen und stabilen Mischwäldern bei entsprechender waldbaulicher Behandlung auch in Zukunft unter erschwerten klimatischen Bedingungen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit unserer Wälder leisten kann.

Das provokative Motto der Tagung spielt auf die Tatsache an, dass die Fichte die bedeutendste Baumart im Staatswald darstellt. Bei einem Flächenanteil von 44 % entfallen auf sie 53 % des Vorrats und sogar 58 % des jährlichen Zuwachses. Die Bayerischen Staatsforsten verdanken ihr knapp drei Viertel der jährlichen Holzerlöse. Die Fichte ist derzeit mit Abstand die von den Sägewerken am stärksten nachgefragte Baumart.

Gleichwohl wird die Fichte vom Klimawandel am intensivsten betroffen sein: Die Fichte war bereits bisher gegenüber Trockenheit, Sturm, Borkenkäfer sehr anfällig. Dies führte periodisch zu hohen Zwangsnutzungen von Schadholz und anschließendem Preisverfall auf den Märkten. Der prognostizierte durchschnittliche Temperaturanstieg von 2 bis 4 Grad in den nächsten 100 Jahren wird die Situation erheblich verschärfen. Um das Risiko für die Forstbetriebe zu reduzieren, ist es unabdingbar, noch bestehende Fichtenreinbestände konsequent in standortgerechte Mischwälder umzubauen. Die Fichte wird deshalb im Bayerischen Staatswald an Bedeutung verlieren, ihr Anteil in den nächsten fünf Jahrzehnten von 44 % auf 36 % sinken. Gleichzeitig soll jedoch zum wirtschaftlichen Ausgleich der Anteil der Tanne und Douglasie von derzeit 3 % auf mindestens 8 % steigen.

Das neue Fichtenbewirtschaftungskonzept setzt dabei konsequent auf strukturreiche, gemischte und stabile Waldbestände, die einen dauerwaldartigen Charakter erhalten sollen. Konsequente Waldpflege, Einbringung von Laubbaumarten, Tanne und Douglasie sowie die Förderung des Strukturreichtums sind die Schwerpunkte des waldbaulichen Handelns.

baysf

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