Holzernte

Stihl Feuerwerk an Neuheiten

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Zum internationalen Medientag von Stihl am 15. September gab es dieses Jahr nur strahlende Gesichter zu sehen. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens ist ausnehmend gut und eine Fülle von Produktneuheiten war außerdem noch anzukündigen.

Nach zwanzig Jahren als Vorstandsvorsitzender präsentierte der STIHL Vorstandsvorsitzende Dr. Bertram Kandziora zum letzten Mal die Geschäftszahlen, bevor er im kommenden Frühjahr in Ruhestand gehen wird: Der starke Wachstumstrend im vergangenen Jahr, weil die Leute in der Corona-Krise zuhause blieben und ihre Häuser und Gärten verschönerten, hat sich auch in den ersten Monaten von 2021 nahezu fortgesetzt. 11,7% betrug das Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wechselkursbereingt sind es sogar 15,4%.  In Deutschland lag das Wachstum mit 15,9% noch deutlich über dem weltweiten Schnitt. Dabei profitiert Stihl auch von einem  branchenfremden Boom: Das Magnesium-Druckgusswerk in Weinheim stellt auch Motorengehäuse für die stark nachgefragten E-Bikes her.

Bertram Kandziora // Stihl

Dabei hätte das Unternehmen sogar noch viel mehr verkaufen können: Bedingt durch anhaltende Engpässe bei diversen Zulieferern, liegt die Produktion aktuell mit gut 1,5 mio. Motoreinheiten im Rückstand, was auch Forstunternehmer in den vergangenen Monaten schmerzhaft erfahren mussten, die ihren Bestand an Motorsägen z. T. nicht turnusgemäß ersetzen konnten. Auch Personal wird bei Stihl  händeringend gesucht: derzeit gibt es in Deutschland über 100 offene Stellen zu besetzen, die meisten davon in der Entwicklung. Natürlich ist hier der Bedarf vor allem bei der Akkutechnologie groß, deren Anteil kontinuierlich wächst. Aktuell liegt er schon bei 19% am Gesamtumsatz, im Vorjahr waren es noch 17%. In der Sparte Motorsägen ist der Anteil mit 10% allerdings noch deutlich geringer.

Stärkste Akkusäge der Welt

Zu weiterem ZUwachs könnte eines der vielen neuen Produkte beitragen, die an diesem Tag parallel vorgestellt wurden: Die Stihl MSA 300 soll mit 3kW mit Abstand die stärkste Akkusäge auf dem Markt werden. Gegenüber dem aktuellen Topmodell von Stihl, der MSA 220 wächst die Leistung sprunghaft um ganze 40% auf das Niveau der gestandenen Benzin-Profisäge MS 261. Parallel steigt die maximale Kettengeschwindigkeit ebenso rapide an, von 24 m/s auf 30 m/s. Der Wermutstropfen dabei: Mit dem ebenfalls neuen Power-Akku AP 500 liegt das Gesamtgewicht dieser Säge gut 1,5 kg über der genannten MS 261. Außerdem müssen sich Interessenten noch etwas gedulden, denn die MSA 300 wird erst im Frühjahr 2022 verfügbar sein.

Bedienkonzept

Das neue Bediencockpit der Stihl Akkusägen // Stihl

Mit einem neuen Bedienkonzept bei den Akkusägen verabschiedet sich Stihl von dem seitlichen Entriegelungsknopf, den man ansonsten üblicherweise von Elektro-Handwerkzeugen kennt und dessen Ergonomie an einer Motorsäge vielfach kritisiert wurde. Auch die ebenfalls neue Baumpflegesäge MSA 220 T bekommt dieses Feature schon und lässt sich nach der ersten Aktivierung über einen Taster künftig mit der von den Benzinersägen gewohnten Gashebelsperre in Betrieb nehmen. Zusätzlich gibt es erstmals eine Warnlampe für einen leeren Kettenöltank. Weil man bei der Arbeit mit dem Akku nicht routinemäßig gleichzeitig tankt und Öl auffüllt, sollen schon sehr viele Elektrosägen aus Versehen trocken gefahren worden sein. Leider wird das bereits eingeführte Standardmodell MSA 220 C nicht auf dieses neue Konzept umgerüstet.

Weitere spannende Highlights für die Forstwelt waren das neue Bluetooth-Helmfunksystem Stihl Advance ProCom und eine völlig neuartige sechskantige Kettenfeile Stihl Rapid Hexa, die zusammen mit einer speziellen Sägekette auf den Markt kommt. Beide Produkte konnte die Forst&Technik-Redaktion im Vorfeld des Medientags schon exklusiv testen und wird darüber in der Oktober-Ausgabe ausführlich berichten.

Heinrich Höllerl