Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Ameisenhügel sind wie Eisberge, der sichtbare Teil auf dem Waldboden ist nur ein kleiner, gleichwohl wichtiger Teil des viel größeren unterirdischen Gesamtbauwerks.

Die Waldameise – ein vielfältiger Helfer im Ökosystem Wald

Kaum ein Waldinsekt ist so bekannt wie die Waldameise. Und trotzdem ist das Wissen um ihre wichtige ökologische Rolle als „kleine Waldpolizei“ leider oft gering.

Waldameisen spielen eine wichtige Rolle in unseren Wäldern. Über ihre vielfältigen Leistungen für das Ökosystem wie auch ihre Ansprüche an den Lebensraum herrscht oft nur geringe Kenntnis. Faszinierend ist bei diesen Insekten, dass sie, wie die Honigbiene, in straff organisierten Staatengemeinschaften mit verschiedenen Kasten leben, die jeweils klar definierte Aufgaben besitzen. Zudem sind sie herausragende Bauingenieure. Ameisenhügel sind wie Eisberge, der sichtbare Teil auf dem Waldboden ist nur ein kleiner, gleichwohl wichtiger Teil des viel größeren unterirdischen Gesamtbauwerks. Und das besitzt insbesondere zum Schutz der Brut eine ausgeklügelte Thermoregulierung, vergleichbar einer Klimaanlage. „Forstleute haben die herausragende ökologische Rolle der Waldameisen schon im 19. Jh. erkannt, insbesondere in Bezug auf die Regulation von Schadinsekten. Der Schutz der Waldameisen ist deshalb geradezu traditionell ein forstliches Thema“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand.

Um Ameisennester herum wachsen Bäume besonders gut

Die unterirdische Nestbautätigkeit der Waldameisen führt zu einer physikalischen, chemischen und biologischen Verbesserung des Bodens. Die Erde wird von den emsigen Krabblern durchwühlt, durchmischt und mit Nährstoffen angereichert. Die für das Baumwachstum ungünstige Bodenversauerung wird vermindert, die Krümelstruktur lässt mehr Sauerstoff in den Boden gelangen, auch das Regenwasser versickert leichter. Dies führt dazu, dass die Feinwurzeln umliegender Bäume in Richtung der Ameisennester wachsen, um ihre Vitalität zu verbessern. Bäume um Ameisennester herum blühen auch häufiger und produzieren mehr Blüten und Samen.

Waldmeisen können Forstschädlinge regulieren helfen

Große forstliche Bedeutung haben die Waldameisen als Jäger anderer Insekten wie etwa Borkenkäferlarven oder Schmetterlingsraupen. Pro Jahr verfüttern sie Millionen dieser Beutetiere an Brut und Königin. Der Anstieg forstlicher Schadinsekten, sowohl in Nadel- wie Laubwäldern, können in der Nestumgebung auf bis zu ein Hektar wirkungsvoll reduziert werden. Dieser Effekt ist deshalb so beachtlich, weil Waldameisen im Frühjahr ihren größten Hunger entfalten, just wenn viele Raupen schlüpfen bzw. Borkenkäfer zum Brutgeschäft übergehen. Forstleuten und Waldbesitzern liegt der Ameisenschutz deshalb besonders am Herzen.

Forstlicher Ameisenschutz beinhaltet vielfältige Maßnahmen

In jeder Hinsicht sind vielfältige Wälder auch für Ameisen ein attraktiver Lebensraum. Bei Gefahr der Ausdunkelung eines Volkes durch ein dicht geschlossenes Kronendach werden Äste, Kronenteile oder gleich der ganze Baum entfernt. Grundsätzlich wird beim Wegebau und bei der Holzernte, insbesondere bei der Rückung, Rücksicht auf vorhandene Nester genommen z. B. durch entsprechende Hinweise auf dem Arbeitsauftrag. Diese kleinen Investitionen machen die vielfältigen ökologischen wie waldhygienischen Vorteile der Waldameisen leicht wieder wett“, so Gebhardt abschließend.

Weitere Infos: Deutsche Ameisenschutzwarte e.V.

Quelle: ThüringenForst

Auch interessant

von