Redaktion
04.01.2017 | Forsttechnik |  Holzernte

Familienfest

Dass die Forsttage bei EiFo in Bad Grönenbach am ersten Adventswochenende stattfinden, hat schon Tradition. Aber nicht nur wegen der vielen Kinder, die auf ein kleines Geschenk vom Nikolaus spekulieren, fühlt man sich wie auf einem großen Familienfest. Daneben ist das aber auch eine Leistungsschau, diesmal sogar mit mehreren interessanten Produktneuheiten.

Der neue Hakki Pilke 43 war eine der Hauptattraktionen
Foto: H. Höllerl
Bei einer solchen Veranstaltung in der Haupt-Einschlagssaison muss man als Organisator eigentlich fast ein bisschen auf Regen hoffen. Das war nicht der Fall – im Gegenteil – gerade am Samstag herrschte ideales „Waldwetter“ im Allgäu und trotzdem waren der Platz und die Hallen allzeit gut belebt. Auf der anderen Seite legen Roland Einsiedler und sein Team gar keinen gesteigerten Wert auf Rekord-Besucherzahlen. Für ihn bedeuten diese zwei Tage nach wie vor eine intensive Beratungs- und Verkaufsveranstaltung. So konnten Interessenten nicht weniger als acht verschiedene Rückewagen live erleben und sogar ausprobieren.

Große Menschentrauben bildeten sich regelmäßig bei den Vorführungen des neuen Sägespaltautomaten Hakki Pilke Easy 43. In diese Maschine haben die Finnen jede Menge Technik gepackt. Insofern handelt es sich tatsächlich nicht nur um eine Weiterentwicklung des bekannten Easy 42, sondern eher um eine neue Maschinengeneration.

Das Steuerpult mit dem zentralen Joystick fällt direkt ins Auge. Mit diesem einen Hebel hat man alle Funktionen der Maschine im Griff. Die Sägeneinheit ist serienmäßig mit der automatischen hydraulischen Kettenspannung AC 10 ausgestattet, die vor allem auch superschnelle Kettenwechsel ermöglicht. Ebenso hydraulisch angesteuert werden der Niederhalter und der Längenanschlag, die dabei auch wesentlich massiver ausgeführt sind, als bisher. Obwohl das beim Längenanschlag eigentlich gar nicht unbedingt nötig wäre, wie der finnische Vorführer erläutert: Durch den sogenannten Zuführ-Assistenten, wird das Rundholz auf dem Förderband immer nur um die gewünschte Scheitlänge vorgeschoben. Das minimiert nicht nur die Stöße auf den Anschlag, sondern schont auch das Bandmaterial, weil es nicht so oft durchrutschen muss.

Nach dem Schnitt kommt die nächste Verbesserung sprichwörtlich „zum Tragen“: Wenn die Rundlinge einfach frei in den Spaltkanal fallen, passiert es schon mal, dass ein Stück schräg zu liegen kommt und damit den Arbeitsfluss unterbricht. Deswegen hat der Easy 43 Tragplatten, oder auf gut Neudeutsch „Landing Plates“ bekommen, auf denen das abgeschnittene Stück zunächst landet und dann kontrolliert abgeworfen wird.

Die Kraft des Spaltstempels wurde auf 15 t erhöht, die auch durchgängig zur Verfügung stehen. Dafür verzichtet man auf einen schnellen Vorschub im Leerweg.

Bis zu 43 cm Durchmesser darf man mit dieser Maschine verarbeiten. Hat man bei diesen Dimensionen nur einen achtfachen Spaltstern im Einsatz, dann entstehen sehr grobe Brocken. Da muss schon ein Zwölfer her. Im Gegensatz zu manchen Produkten der Mitbewerber ist das neue zwölffache Spaltkreuz ausdrücklich bis zum Maximaldurchmesser für Hartholz zugelassen. Nutzt man diese Produktionskapazitäten aus, dann braucht man auch eine entsprechende Materialabfuhr. Dafür gibt es optional das extrabreite Förderband vom großen Hakki Pilke 50 S mit 40 cm Breite, das dann auch gleich noch hydraulisch höhenverstellbar und -schwenkbar ist. Mit dieser Vollaustatttung und kombiniertem Zapfwellen- sowie Elektroantrieb kommt die neue Maschine auf einen Preis von rund 24 000 € netto.

Gute Balance

Forstanhänger für den Einsatz am Pkw haben oft ein Problem: Wohin mit dem Schwerpunkt? Denn die zulässigen Stützlasten von maximal 150 kg sind schnell erreicht. Bekommt die Fuhre jedoch bei langer Ladung Übergewicht nach hinten, schaukelt sich der Hänger gefährlich auf und wird quasi unfahrbar. Dafür wird es bald Abhilfe geben: In Zusammenarbeit mit der HWR-Anhängerbau GmbH in Bald Waldsee entstand der Prototyp eines Forstanhängers mit hydraulisch verschiebbarer Achse. Über einen Verschiebeweg von insgesamt 40 cm in drei Rastpositionen kann man so den Wagen austarieren. Manche Besucher äußerten Skepsis, weil der Mechanismus mit seinen speziellen Kunststoffführungen direkt im Spritzbereich der Räder liegt. Doch in puncto Dauerhaltbarkeit haben die Konstrukteure keine Angst, denn die Technik ist in anderen Bereichen des Anhängerbaus schon seit fast 30 Jahren im Einsatz.

Ein anderer Knackpunkt könnte das hohe Leergewicht sein. Mit dem kräftigen Palms-540-Kran und dem Hydraulik-Aggregat kommt der Wagen auf gut 1 800 kg. Das ist mehr als die Hälfte der straßenzugelassenen 3,5 t. Im Waldeinsatz kann die Konstruktion allerdings mehr aushalten. Die Achsen sind auf 4 t ausgelegt.

Palms-News

Der estnische Hersteller wird in Deutschland von EiFo vertreten. Pünktlich zur Hausmesse kamen einige Forstkrane aus der neuen Serie nach Bad Grönenbach. Ab Anfang 2017 wird die gesamte Produktion umgestellt, erkennbar an einer neuen Nomenklatur. Das neue Flaggschiff 7.86 hat demnach eine maximale Auslage von 8,60 m und stammt aus der höchsten Kategorie 7. Hier wurde das Schwenkmoment bis auf 21 Nm angehoben. Aber auch die kleinen Modelle aus den Serien zwei und drei bekommen dann ein Vierzylinder-Schwenkwerk.

Bisher noch Zukaufprodukt, werden bei Palms in Zukunft auch die Greifer selbst produziert. Auch auf diesen prangt mit Stolz das Logo für den „Strenx“- Stahl, das nur lizensierte Firmen verwenden dürfen.

Genau hinsehen musste, wer den brandneuen Forstanhänger mit mechanischem Antrieb erkennen wollte. Synchronisiert über die Wegezapfwelle kann man hier einen Vortrieb von bis zu 8 t erzielen. Das Ganze soll laut Hersteller auch bei der Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h dauerhaft funktionieren. Auf diese Weise wird aus einem Schleppergespann plötzlich eine professionelle Achtrad-Maschine. Allerdings erfordert auch der Preis dann eine profimäßige Auslastung: Das Schild auf dem Ausstellungsstück mit 13 t und einem Palms 5.85-Kran rief rund 62 000 € netto auf.

Große Zange

Noch nicht ganz trocken war die Farbe auf dem neuen Timberlift 4 D 50, den die Partnerfirma Auer mitgebracht hatte. Diese mittelgroße Rückezange ist für große und schwere Schlepper gedacht und verfügt deswegen über keine eigene Tragachse, sondern nur eine Flap-Down-Abstützung. Der Schwenkbereich liegt bei 180°, das Hubmoment bei 40 kNm. Während der Fahrt kann die Last, wie bei Auer üblich, in die Konsole eingehakt werden, damit die Hydraulik entlastet ist.

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Der neue Hakki Pilke 43  war eine der Hauptattraktionen Joystick, hydraulischer Niederhalter, automatischer Kettenspanner, Abwurfplatten und ein massiver Längenanschlag – man sieht das Know-how Das zwölffache Spaltkreuz des Hakki-Pilke ist ausdrücklich auch für Hartholz freigegeben Mit der Achsverschiebung kann man die Stützlast ausgleichen Der neue Timberlift 4 D 50 Der neue Timberlift 4 D 50

Heinrich Höllerl

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