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Fachsymposium zu Waldbewirtschaftung und Klimaschutz

Fachsymposium zu Waldbewirtschaftung und Klimaschutz

„Welche Rolle spielt unser Wald im Klimaschutz?“ −, diese Frage stand im Mittelpunkt des Fachsymposiums zu Waldbewirtschaftung und Klimaschutz, das Staatssekretär Mark Weinmeister im hessischen Umweltministerium am 16. Juni im Rahmen des Hessentages eröffnete. In den wissenschaftlichen Fachvorträgen wurde deutlich, dass der Wald eine beachtliche Rolle im Zusammenhang mit der zu befürchtenden Klimaproblematik spielen kann.  „Nicht nur das Holz, sondern auch der Waldboden hat eine enorme Speicherkapazität für Kohlenstoff“, betonte Dr. Uwe Paar von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen. Je mehr CO2 in Möbeln, in Waldbeständen und auch im Boden gespeichert werden könne, umso stärker sei die Klimaschutzwirkung.
 
Aber auch das Verbrennen von Heizholz wurde genauer beleuchtet: Detlef Stys, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, wies darauf hin, dass die klimaneutrale energetische Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz gegenüber der Verbrennung fossiler Energieträger, wie zum Beispiel Erdöl, positiv zu bewerten sei.
 
Staatssekretär Mark Weinmeister wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass kompetente Forstwirtschaft erforderlich sei, um für die Gesellschaft vielfältige Dienstleistungen – insbesondere auch die möglichst umfangreiche Speicherung von Kohlenstoff in Waldbeständen, im Waldboden und in Holzprodukten – heute und vor allem auch in Zukunft zu gewährleisten.
 
Voraussetzung für eine möglichst hohe Klimaschutzwirkung des Waldes sind insbesondere zwei Faktoren: Zum einen bedarf es stabiler Waldstrukturen, die – unter anderem auch mit trockenheits-toleranteren Baumarten – auf künftige Klimaänderungen flexibel reagieren können. Zum anderen ist die konsequente Umsetzung einer multifunktionalen Forstwirtschaft erforderlich. „Nur auf diesem Wege kann möglichst viel Kohlenstoff im Wald und in entsprechenden Holzprodukten gespeichert werden“, betonte Prof. Dr. Johannes Eichhorn von der NW-FVA.
 
Gerhard Dörger vom Hessischen Landesamt für Geologie thematisierte in seinem Vortrag die Wechselbeziehungen zwischen Wald und Mensch. Am Ende des Symposiums war klar: Die Bevölkerung kann ihren Beitrag zum Klimaschutz unter anderem dadurch leisten, dass sie bevorzugt einheimisches Holz verwendet, beim Bau von Häusern, beim Kauf von Möbeln oder aber bei der Entscheidung für entsprechende Heizsysteme.
 
Zum Abschluss bedankte sich Detlef Stys bei seinen Kollegen von der Forstlichen Versuchsanstalt für die wissenschaftlichen Arbeiten. „Die soliden, uns vorliegenden Forschungs-Ergebnisse sind eine unverzichtbare Grundlage, um sinnvolle, zukunftsorientierte Entscheidungen für den Forstbetrieb zu treffen“, so der stellvertretende Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst.
Hessen-Forst

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