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Staat muss Kosten für Schutz- und Erholungsleistungen im Wald tragen

Für viele Deutsche ist der sonntägliche Spaziergang im Wald gerade jetzt im Herbst unverzichtbar. Doch kaum ein Spaziergänger weiß, welchen finanziellen Aufwand die Waldeigentümer betreiben müssen, um die Schutz- und Erholungsfunktionen der Wälder aufrecht zu erhalten.

Das Thünen-Institut hat in einer aktuellen Studie berechnet, dass die Belastungen für die Erbringung von Schutz- und Erholungsleistungen im Körperschaftswald durchschnittlich 17 €/ha und im Privatwald durchschnittlich 5 Euro/ha betragen. Hinzu kommen Ertragseinbußen, wenn Waldbesitzer etwa in speziell geschützten Wäldern weniger lukrative Baumarten anpflanzen müssen. Die finanziellen Belastungen läppern sich damit schnell auf mehrere Hundert Euro.

„Darüber hinaus erbringt jeder Waldeigentümer auch eine Reihe von freiwilligen Maßnahmen, die den Wald stabiler machen, seine Biodiversität stärken und die Erholungsmöglichkeiten verbessern. Solche Maßnahmen verursachen zusätzliche Kosten“, schildert der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst (FABLF), Michael Prinz zu Salm-Salm. „Anders als in Freizeitparks können wir für unsere Wälder keinen Eintritt verlangen, der die Mehrkosten für solche Leistungen ausgleichen würde.“

Wenn die Anforderungen, die Politik und Gesellschaft an die Bewirtschaftung der Wälder stellen, künftig weiter zunehmen, wird das für viele Forstbetriebe eine finanzielle Herausforderung. „Die Mehrkosten dürfen nicht allein den Forstbetrieben aufgebürdet werden. Hier gilt das Grundprinzip: Wer bestellt, bezahlt!“ Deshalb sollte der Staat diese Kosten tragen, meint zu Salm-Salm. Das sei eine Win-Win-Situation für alle: nachhaltig bewirtschaftete Wälder, in denen sich die Bürger erholen können und mit denen die Waldbesitzer trotzdem Geld verdienen.

Die Familienbetriebe Land und Forst vertreten die Interessen von rund 2.000 Betrieben, hinter denen 50.000 Familienmitglieder, Mitarbeiter und Eigentümer stehen.

Familienbetriebe Land und Forst

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