Holzverkauf und Holzpreise

Exporte von Rohholz 2020 um 42,6 % gestiegen

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Der Bauboom während der Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach Holz als Baustoff im In- und Ausland angekurbelt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, exportierte Deutschland im Jahr 2020 insgesamt rund 12,7 Mio. m3 Rohholz im Wert von 845 Mio. €. Im Vergleich zum Jahr 2019 ist dies eine mengenmäßige Steigerung um mehr als ein Drittel (42,6 %).

Der Exportzuwachs für Rohholz setzt sich zu Beginn des Jahres 2021 nicht fort: Im Januar und Februar 2021 sank der mengenmäßige Export im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,4 % auf 1,5 Mio. m3 (Wert: 100 Mio. €).

Anteil der Exporte nach China deutlich höher als 2015

Im langfristigen Vergleich hat sich die Menge von ausgeführtem Rohholz seit dem Jahr 2015 mehr als verdreifacht (+238 %). 2015 waren es noch 3,8 Mio. m3 im Wert von rund 329 Mio. €. Die Importmenge ging im gleichen Zeitraum um ein Drittel (-32,4 %) auf 5,9 Mio. m3 zurück. Für den Exportboom sorgte die hohe Nachfrage nach Fichten- und Tannenholz. Im Jahr 2020 machte dieses Holz 83,8 % des exportierten Rohholzes aus.

Wichtigster Absatzmarkt war im Jahr 2020 die Volksrepublik China: Die Hälfte des Exportes (50,6 %, 6,4 Mio. m3) ging nach Fernost. Der Anteil nahm seit 2015 deutlich zu – damals lag er noch bei 10,1 %. Auf den Plätzen zwei und drei folgten im Jahr 2020 Österreich (19,2 % / 2,4 Mio. m3) und Belgien (9,2 % / 1,2 Mio. m3).

Schere zwischen Rohholz und bearbeitetem Holz

Die Anbieter von Rohholz profitieren derzeit kaum von der wachsenden Nachfrage: Die Rohholzpreise – gemessen am Index der Erzeugerpreise der Produkte des Holzeinschlags – stiegen zuletzt zwar moderat an, lagen aber im Februar 2021 um 2,3 % unter dem Stand des Vorjahresmonats und weit unter dem Niveau des Jahres 2015 (-27,3 %). Der Preisindex für Rohholz wird bei den Forstverwaltungen erhoben.

Die steigende Nachfrage aus dem In- und Ausland, die Angebotsverknappung auch aufgrund der Beschränkungen im Holzeinschlag sowie der Baukonjunktur haben einen preistreibenden Effekt auf die Außenhandelspreise für Rohholz: Der Index der Einfuhrpreise stieg im März 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,7 % und der Index der Ausfuhrpreise dieser Produktgruppe stieg im gleichen Zeitraum sogar um 11,0 %. In der längerfristigen Betrachtung lagen die Einfuhrpreise für Rohholz im März 2021 um 16,1 % unter dem Stand des Jahres 2015. Die Ausfuhrpreise stiegen im gleichen Zeitraum um 4,0 %.

Erzeugerpreise uneinheitlich

Die Entwicklung der gewerblichen Erzeugerpreise gestaltet sich in den einzelnen Produktsegmenten des Holzmarktes sehr unterschiedlich, in Abhängigkeit von den einzelnen Schnittholzsortimenten und Holzwerkstoffen. So stiegen zum Beispiel die Preise für Verpackungsmittel aus Holz im März 2021 um 11,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Erzeugerpreise für Holzplättchen oder Holzschnitzel, die überwiegend für das Heizen eingesetzt werden, fielen dagegen im gleichen Zeitraum um 24,6 %.

Insgesamt stiegen die Erzeugerpreise für bearbeitetes Holz dagegen überdurchschnittlich. Im März 2021 lagen sie für Holz (gesägt, auch gehobelt oder imprägniert) um 13,9 % über dem Vorjahresmonat. Am stärksten stiegen die Preise für Nadelschnittholz, dazu gehören Dachlatten, Bauholz oder Konstruktionsvollholz: Im März 2021 lagen diese um 20,6 % höher als im März 2020. Zum Vergleich: Der Erzeugerpreisindex gewerblicher Produkte insgesamt erhöhte sich im selben Zeitraum um 3,7 %.

Export treibt Umsatz bei Sägewerken

Profiteure der Entwicklungen auf dem Holzmarkt sind u. a. die Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerke. Die Umsätze der Branche erreichten im Jahr 2020 einen Rekordwert von 6,5 Mrd. €. Im Vergleich zum Jahr 2015, als der Umsatz noch rund 5,5 Mrd. € betrug, war das ein Zuwachs von 18,3 %. Ursächlich für diese Entwicklung ist auch die gestiegene Nachfrage aus dem Ausland. Der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz der Branche lag 2020 bei fast einem Drittel (32,5 %). Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es 26,7 %.

Quelle: Destatis