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Explosionsartige Ausbreitung der Kiefernbuschhornblattwespe in der Altmark

Explosionsartige Ausbreitung der Kiefernbuschhornblattwespe in der Altmark

Die explosionsartige Ausbreitung der Kiefernbuschhornblattwespe im Revier Jerchel bei Gardelegen in der Altmark erforderte den Einsatz eines Pflanzenschutzmittels.

Bekämpfung aus der Luft war angesagt und terminiert auf den 10. September zwischen 12 und 13 Uhr.
Zur Vorgeschichte und Ablauf
In den vergangenen drei Monaten hatte es in diesem Bereich der Altmark nur 15 mm Niederschlag gegeben. Entdeckung des Schädlingsbefalls am 5. September. Meldung an das zuständige Betreuungsforstamt Letzlingen und Weiterleitung der Meldung an die Leitung des Landeszentrums Wald (LZW). Von Dietmar Specht, dem Leiter des LZW, wird das Problem zur Chefsache erklärt.
Am 6. September um 9:00 Uhr Treffen auf der Fläche. Mit dabei die Chefin des betroffenen Forstbetriebs Kenzendorf, Edelgard Dümpert-von Alvensleben, Dr. Claus Baum als Leiter des Betreuungsforstamtes Letzlingen mit Mitarbeitern und die aus Göttingen angereisten Wissenschaftler der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt unter Leitung von Dr. Michael Habermann. Begehung der befallenen Fläche, Probefällungen einzelner Bäume und zählen der Raupen. Befall der Raupen mit 12.000 Exemplaren pro Baum im mittleren Bereich; ab einem Befall von 5.000 Raupen pro Baum wird beflogen. Bearbeitung der Formalitäten, Erstellung des Kartenmaterials für die zu befliegende Fläche.
Am 7. September Bewilligung des Einsatzes von einem Pflanzenschutzmittel aus der Luft. Am 8. September und 9. September Sperrung des Reviers. Die Befliegung am Sonnabend, den 10. September musste um einige Stunden verschoben werden, da die Temperaturen am Mittag zu hoch waren.
Die Chefin des Forstbetriebs Kenzendorf erinnert an den geringen Befall einer Fläche im Jahr 2009. Damals wurde die Befliegung untersagt mit katastrophalen Folgen. Denn im Jahr 2010 mussten dann 120 ha abgeholzt werden. In diesem Jahr sei es, so Dümpert-von Alvensleben, optimal gelaufen. „Geradezu fantastisch. Ein großes Lob allen Beteiligten. Wir haben große Zuversicht, dass es funktioniert.“
Der Forstbetrieb Kenzendorf ist ein vom Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt vorgeschlagener bundesweit ausgesuchter Demonstrationsbetrieb für den wissenschaftlich untermauerten und sparsamen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
WBV Sachsen-Anhalt

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