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Auf Exkursion zu Nationalpark & Borkenkäfer

Auf Exkursion zu Nationalpark & Borkenkäfer

Gemeinderäte und Vertreter von Kommunen in Murg- und Enztal haben am 3. und 4. September an einer Exkursion in den Nationalpark Bayerischer Wald teilgenommen. Eingeladen dazu hatte die Forstkammer Baden-Württemberg in Kooperation mit der Murgschifferschaft und dem Forstbetrieb Fürst zu Hohenzollern. Ziel der Reise war die Information der Kommunalvertreter über mögliche Auswirkungen der geplanten Nationalparkausweisung im Nordschwarzwald.

Insgesamt 40 Vertreter der Gemeinden Baiersbronn, Bad Wildbad, Enzklösterle, Forbach, Gernsbach und Loffenau haben an der zweitägigen Exkursion teilgenommen. Auf dem Programm standen eine Wanderung im Nationalpark selbst, eine Besichtigung des angrenzenden Hohenzollerischen Forstbetriebs sowie eine Diskussion mit Befürwortern und Kritikern des Nationalparks. Die Vertreter der Kommunen sollten sich ein eigenes Bild von der Situation machen.

In einem Nationalpark muss die Bewirtschaftung der Wälder auf großen Flächen eingestellt werden. Die Forstkammer als Vertreterin der privaten und kommunalen Waldbesitzer befürchtet dadurch vermehrte Borkenkäferschäden bei den angrenzenden Forstbetrieben.

Forstkammer-Geschäftsführer Jerg Hilt erläutert: „In einem unbewirtschafteten Fichtenwald können sich Schädlinge ungehindert ausbreiten. Und leider ist den Borkenkäfern nicht klar, dass sie über die Nationalparkgrenze nicht hinausfliegen dürfen.“ Im Bayerischen Wald, der ebenfalls einen hohen Fichtenanteil aufweist, habe man diese Gefahren lange Zeit unterschätzt. Mittlerweile sind dort mehrere tausend Hektar Wald kahlgefressen worden. Angrenzende Waldbesitzer klagen über massive Borkenkäferschäden. „Uns ist es wichtig, dass die Verantwortlichen in der Region die Sorgen der Waldbesitzer nachvollziehen können und ernst nehmen“, begründet Hilt die Motivation zu der Fahrt. „Sicher kann man den Nordschwarzwald nicht eins zu eins mit dem Bayerischen Wald vergleichen“, räumt der Waldbesitzervertreter ein, „aber wir müssen aus den Erfahrungen der Anderen lernen, damit wir nicht die gleichen Fehler machen.“
Forstkammer Baden-Württemberg

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