Forstpolitik

EWSA fordert Kohärenz und Klarheit für EU-Forststrategie

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Europäische Forstverbände begrüßen die Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) zur EU-Forststrategie für 2030. Die Stellungnahme ziehe ähnliche Schlussfolgerungen wie die Forstwirtschaft und die Mitgliedstaaten im Europarat.

Die Stellungnahme des EWSA unterstreiche die Notwendigkeit eines ganzheitlichen und ausgewogenen Ansatzes für Wälder und ihre Bewirtschaftung ebenso wie die Schlüsselrolle der europäischen Waldbesitzer und Forstleute in der Strategie. Europäische Forstverbände haben folgenden Punkte der Stellungnahme als entscheidend identifiziert:

Kohärenz und ganzheitliche Betrachtung

Der EWSA fordert Kohärenz, Sicherheit, Stabilität, Klarheit und Kohärenz des politischen und ordnungspolitischen Rahmens. Es sei entscheidend, keine Initiativen einzuführen, die sich mit bestehenden eingeführten Nachhaltigkeitsdefinitionen, -prinzipien, -kriterien, -indikatoren, -leitlinien und -schemata überschneiden oder diesen widersprechen.

Der EWSA betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtung der Rolle der Wälder und der forstbasierten Bioökonomie bei der Eindämmung des Klimawandels. So müsse die beste Kombination aus Sequestrierung, Speicherung und Substitution gewährleistet werden, um die Abhängigkeit der Wirtschaft von fossilen Brennstoffen zu überwinden.

Subsidiarität und nachhaltige Holzernte

Der EWSA betont die Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips. Da die Wälder in der EU sehr unterschiedlich seien, gebe es keine Pauschallösungen. Deshalb sollten die Forstwirtschaft und die Forstliche Planung auf nationaler Ebene angesiedelt sein.

Der EWSA unterstreicht, dass die Auswirkungen der Strategie insgesamt unklar seien. Einige ihrer Initiativen könnten nach Ansicht des EWSA die waldbasierten Wertschöpfungsketten schwächen und Arbeitsplätze insbesondere in ländlichen Gebieten gefährden, indem sie die nachhaltige Holzernte einschränken.

Forstverbände fordern Maßnahmen

Aus der EWSA-Stellungnahme und den Schlussfolgerungen des EU-Rats gehe hervor, dass die von der Kommission verabschiedete Strategie ernsthafte Bedenken aufwerfe. Die europäischen Forstverbände fordern daher die Kommission auf, konkrete Maßnahmen zur Klärung dieser Punkte und Fragen zu ergreifen und alle relevanten Parteien einzubeziehen, um eine ganzheitliche Sicht auf die Rolle des Waldes beim Übergang zu einem zukunftsfähigen Europa sicherzustellen.

Die gesamte Stellungnahme Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses finden Sie hier.

Quelle: CEPF/EWSA