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Europäisches Holzbioraffinerie-Projekt AFORE abgeschlossen

Europäisches Holzbioraffinerie-Projekt AFORE abgeschlossen

Von 2009 bis 2013 war das Team Marktanalyse und Innovationsforschung der Kompetenzzentrum Holz GmbH (Wood K plus) mit Sitz in Linz/Österreich an dem EU-Projekt AFORE zum Thema „Holzbioraffinerie“ beteiligt.
An diesem Projekt arbeitete ein Konsortium von 19 Organisationen aus 10 Ländern unter der Leitung von Dr. Anna Suurnäkki, VTT (Technical Research Centre of Finland).
In AFORE wurden nachhaltige, flexible und technisch-wirtschaftlich realisierbare Konzepte zur Produktion hochwertiger Chemikalien, Polymere und Fasern aus den Rest- und Nebenprodukten der Zellstoffindustrie erarbeitet. Somit werden die Erträge der Zellstoffindustrie erhöht, und bis dato ungenutzte Stoffe erfahren eine sinnvolle wirtschaftliche Verwertung. Beispielsweise können durch die neu entwickelten Technologien Treibstoffe, Lebensmittelzusätze oder Klebstoffe gewonnen werden.
Bei einer Jahresproduktion von 28 Mio. t Kraftzellstoff fallen in Europa jährlich bis zu 25 Mio. t Nebenprodukte an. Die aus diesen Nebenprodukten neu gewonnenen Erzeugnisse haben großes Potenzial, bisherige Stoffe zu substituieren. Der Wert dieser neu entwickelten Produkte liegt häufig über jenem von Zellstoff, es handelt sich also um durchaus wertvolle Stoffe – added value chemicals. Bei Betrachtung verschiedener für die Substitution relevanter Märkte wurde deutlich, dass in einigen Fällen weitaus mehr verfügbar wäre, als in diesen Märkten insgesamt nachgefragt wird. Eine Auswertung internationaler Handelsdaten (UN-Comtrade) hat beispielsweise gezeigt, dass eine intensive, aber noch nicht vollständige Nutzung der Zellstoffnebenprodukte auf betrieblicher Ebene rund 90 % der mit Zellstoff erwirtschafteten Umsätze erreichen könnte.
Kosten- und Marktanalysen
Eine echte Besonderheit des Projekts, welche auch von den Vertretern der Europäischen Kommission lobend hervorgehoben wurde, ist die ausgeprägte Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte im Rahmen der technischen Entwicklung einzelner Prozesse. Dafür war ein eigenes Arbeitspaket (Arbeitspaket 5: Leitung Wood K plus – sechs weitere internationale Partner) zuständig, welches sich ausschließlich mit der Analyse und Bewertung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der in AFORE entwickelten Produkte und Prozesse sowie mit der Identifikation potenzieller Märkte für diese Produkte beschäftigte.
In den einzelnen Entwicklungsstufen der Technologien wurden, entsprechend der zu erwartenden Produkte, Prozesskostenanalysen und Marktanalysen durchgeführt. Durch die wiederholten Analysen konnten die Prozesskosten in Relation zum erwarteten Marktpreis dargestellt werden. Zusätzlich wurden aus den Marktanalysen Informationen zu gewünschten Produkteigenschaften und deren Auswirkungen auf erzielbare Preise oder absetzbares Volumen gewonnen. Die Ergebnisse dieser Analysen wurden als Feedback an die technischen Entwicklungsteams weitergegeben. Somit konnte eine kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und Produkte gewährleistet werden.
Sofern in der Folge eine gewisse (Markt-)Reife der Technologie erkennbar war, wurden die bisherigen Analysen noch um erste Investitionsrechnungen und Lebenszyklusanalysen ergänzt. Für die ausgereiftesten und erfolgversprechendsten Technologien wurden am Ende des Projekts mögliche Geschäftsmodelle entworfen und evaluiert.
Weitere Informationen sind auf der Homepage des Projekts und des Kompetenzzentrums Holz GmbH (Wood K plus) zu finden.
Dieses Forschungsprojekt wurde durch Mittel des 7. EU-Rahmenprogramms für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration FP7/2007 – 2013 und durch Mittel des Österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung ermöglicht.
BOKU/Wood K plus

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