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Europäischer Metacluster Wald und Holz gestartet

Europäischer Metacluster Wald und Holz gestartet

Zusammenarbeit und Wissensaustausch zwischen Unternehmen findet vor allem auf der regionalen Ebene statt. Nicht zuletzt aufgrund des politischen Willens bzw. Förderimpulses der EU steigt die Zahl der Netzwerke und Clusterorganisationen in allen Wirtschaftsbereichen europaweit seit Jahren sprunghaft an. Die Abbildung  zeigt eine Auswahl aktiver Netzwerke im Forst-Holz-Sektor in Europa. Ihr thematischer Schwerpunkt liegt in der Verbesserung der zwischenbetrieblichen Kommunikation und Kooperation durch vielfältige innovationsfördernde Geschäftsberatung und Netzwerkaktivitäten.

Viele, seit Jahren am Markt etablierte Clusterorganisationen im Bereich Forst und Holz beweisen, dass sie erfolgreich regionale Akteure vernetzen, deren Innovationskräfte stimulieren und bündeln können, um mit beachtenswerter Kreativität dem traditionellen Rohstoff Holz ein modernes Gesicht zu geben. Exponierte Beispiele hierfür finden sich unter anderem in der Forstwirtschaft (z.B. der Scottish Forest Industries Cluster), im Holzbau (z.B. der Holzcluster Steiermark in Österreich), im Möbel- und Innenausbau (z.B. die verschiedenen Distretto del Mobile [Möbeldistrikte] in Italien), in der Papier- und Verpackungsindustrie (z.B. die Paper Province in Schweden oder der Baskische Clusterpapel in Spanien) und nicht zuletzt in der energetischen Holznutzung (z.B. die Biofuel Region in Schweden).

Allerdings bleibt dieses kreative Know-how stark in den eher klein- und mittelständisch geprägten Unternehmen der jeweiligen Region verhaftet. Einem aus eigenen Kräften initiierten Forschungsimpuls, internationalen Wissensaustausch bzw. Marketing von Innovationen stehen in den Unternehmen meist ein ausgefüllter Geschäftsalltag und Sprachbarrieren entgegen. Ähnliches gilt für organisierte Clustereinrichtungen, deren Manager vorrangig gangbare Wege einer regionalen Zusammenarbeit austarieren müssen und zwischen den unterschiedlichen, eher kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Interessen der Mitgliedsfirmen prioritär nur selten eine langfristige Forschungs- und Entwicklungs- bzw. Internationalisierungsstrategie verfolgen können.

Die europäische Vision eines Metaclusters Wald und Holz

An diesem Punkt setzt die neue Initiative unter Federführung des Wald-Zentrums Münster und des Holzcluster Steiermark GmbH an. Im Rahmen des EU-geförderten Projektes IN2WOOD (7. Rahmenprogramm, Wissensregionen, Gesamtbugdet 2,3 Mio. €, Laufzeit 2010 – 2012) haben sich sechs Forstcluster in europäischen Waldregionen zusammengeschlossen: insgesamt 13 Partner aus der Steiermark (Österreich), Nordrhein-Westfalen (Deutschland), Südtirol (Italien), Graubünden (Schweiz), Banska Bystrica (Slowakei) und Karpaten (Ukraine) arbeiten seit Anfang 2010 an einem koordinierten gemeinschaftlichen Aktionsplan zur Vernetzung und dem Ausbau ihrer komplementären regionalen Kompetenzfelder (nähere Infos siehe www.in2wood.eu ).
Im Rahmen der auf der LIGNA organisierten Konferenz „Nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft – Schlüssel für ein intelligentes und integratives Wachstum in Europa“ wurde der Bedarf mit eingeladenen Partnerorganisationen aus Albanien, Bosnien & Herzegowina Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Montenegro, Serbien, Slowenien und Tschechien eine übergeordnete, EU-weit organisierte Informations- und Kommunikationsplattform Wald und Holz zu schaffen, diskutiert und abgestimmt.

Als Hauptziele des unter dem Titel „The European Forest Cluster Initiative“ gestarteten Metacluster-Vorhabens konnten u.a. definiert werden:

 

  • Aufbau einer Informations- und Kommunikationsplattform für Clusterorganisationen im Bereich Wald und Holz in der EU
  • Schaffung effektiver Informations- und Kommunikationswege für gemeinschaftliche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
  • Förderung des internationalen Austausches und der Kooperation zur Erschließung neuer, innovativer Geschäftsfelder
  • Konzentrierung der Politikberatung.
Die Zielgruppe der Initiative umfasst die vielfältigen bereits etablierten und sich im Aufbau befindenden Clusterorganisationen und regionalen Netzwerke im Forstsektor, wobei hierunter im Sinne der EU-Terminologie auch so genannte triple helix-Kooperationen zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft verstanden werden. Cluster, die breit in ihrer Region verankert sind, werden als gatekeeper (engl. „Türhüter“) im Sinne von Informationsregulatoren in Netzwerken angesehen, welche die Kommunikation und Vernetzung mit regionalen Akteuren katalytisch beschleunigen können.

 

 

 
Wald-Zentrum Münster

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