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Biodiversität, Forstwirtschaft

Europäische Wälder: Hotspots der Biodiversität

Den Verlust an Biodiversität aufzuhalten bleibt eines der wichtigsten politischen Ziele in der EU und weltweit. Die Gesellschaft erwartet eine gesunde Umwelt. Den europäischen Wäldern kommt dabei eine tragende Rolle zu. Der Verband der Europäischen Staatsforstbetrieb EUSTAFOR und der Verband der Europäischen Privatwaldbesitzer CEPF haben zu dem Thema eine virtuelle Konferenz veranstaltet.

Der Titel der Konferenz war: „Europäische Wälder: Hotspots der Biodiversität“. Mitveranstalter waren Jessica Polfjärd, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Adam Jarubas vom Umweltausschuss des Europäischen Parlaments. In der Konferenz ging es um die Rolle der nachhaltigen Forstwirtschaft im Naturschutz, und wie sie helfen kann die EU-Ziele hinsichtlich Biodiversität und Klimaschutz zu erreichen. Rund 300 Teilnehmer waren der Konferenz zugeschaltet.

Angemessene Finanzierung erforderlich

Zur Eröffnung sagte Adam Jarubas: „Wir brauchen gesunde und widerstandsfähige Forstökosysteme, um die Ziele des Europäischen Green Deals zu erreichen.“ Um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten und sicherzustellen, dass der gesamten Gesellschaft weiterhin ökologische und soziokulturelle Vorteile geboten werden, sei eine angemessene Finanzierung erforderlich. Der künftige europäische Rechtsrahmen müsse die Meinungen derjenigen berücksichtigen, die letztendlich für seine Umsetzung verantwortlich sind, also die der Waldbesitzer.

Die in den staatlichen Forstbetrieben Europas angewendeten Verfahren zeigten klar, dass ökologische Funktionen und Biodiversität in bewirtschafteten Wälder zusammen mit allen anderen Funktionen gewährleistet werden können, erklärte Reinhard Neft, Vorstand der Bayerischen Staatsforsten und EUSTAFOR-Präsident.

In zwei Podiumsdiskussionen wurden künftige Möglichkeiten und Maßnahmen zur Sicherung der Biodiversität in den europäischen Wäldern erörtert. Die große Bandbreite an Waldformen in den verschiedenen Regionen Europas erfordern eine Vielzahl von Ansätzen, sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene, zur Sicherung und Ausweitung der Biodiversität in den Wäldern.

Klimaschutz und Artenschutz kombinieren

Abschließend sagte Jessica Polfjärd, in Zeiten, in denen es für die EU außerordentlich wichtig sei, ihre Klimaziele zu erreichen, könne man es sich nicht leisten, Wälder nicht zu nutzen. Denn damit verzichte man auf die Klimaschutzeffekte, die nachhaltige Forstwirtschaft mit sich bringe. Die Waldnutzung müsse jedoch ebenso darauf abzielen, die biologische Vielfalt zu erhalten.

„Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist das ABC des Schutzes der biologischen Vielfalt. Waldbesitzer sind Verwalter der Zukunft der Wälder und konzentrieren sich darauf, produktive, gesunde und lebenswichtige Ökosysteme in ihren Wäldern zu erhalten“, erwiderte CEPF-Vorstandsmitglied Sven-Erik Hammar.

Man freue sich auf die weitere Zusammenarbeit und Synergien mit politischen Entscheidungsträgern und Partnern der EU sowie auf einen Beitrag zu den nächsten politischen Entwicklungen in Bezug auf Wälder und biologische Vielfalt, so die salomonische Schlussformel der Konferenz.

EUSTAFOR/Red.

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