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Europäische Holzwerkstoffe sind emissionsarm

Europäische Holzwerkstoffe sind emissionsarm

Der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) informiert auf seiner Internetseite (www.vhi.de) zur aktuellen Entwicklung bei der Verwendung von Formaldehyd. Daraus einige Fakten.

Formaldehyd ist eine natürlich vorkommende Substanz und findet sich in allen organischen Formen des Lebens. Formaldehyd ist ferner ein wichtiger organischer Grundstoff in der chemischen Industrie, wird beispielsweise verwendet in der Kosmetik sowie in der Textilveredelung. Mit Harnstoff reagiert Formaldehyd zu Harnstoffformaldehydharzen und mit Melamin zu Melaminformaldehydharzen, die in der Holzwerkstoffindustrie zur Anwendung kommen.
Die Formaldehydabgabe von Holzwerkstoffen und damit hergestellten Produkten ist in Deutschland seit 1986 gesetzlich auf eine Ausgleichskonzentration von maximal 0,1 ml/m³ (= 0,1 ppm: parts per million) begrenzt. Die Holzwerkstoffindustrie führt regelmäßig Produktionskontrollen nach DIN EN 120 oder DIN EN 717-2 durch. Auf internationaler Ebene hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2010 auf Basis der aktuellen Datenlage eine Neubewertung für Formaldehyd vorgenommen. Sowohl für die Kurzzeit- als auch für die Langzeitexposition wurde seitens der WHO ein Richtwert von 0,1 mg/m³ (= 0,08 ppm) empfohlen. Umfassende Messungen in Europa zeigen, dass in der Innenraumluft von Gebäuden die durchschnittliche Formaldehydkonzentration seit Jahren rückläufig ist und etwa um den Faktor 3 bis 4 unter dem Richtwert des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von 0,1 ppm liegt, bzw. ein Drittel des WHO-Richtwertes beträgt.
Reklassifizierung von Formaldehyd steht zur Diskussion
Auf europäischer Ebene hat der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der EU Chemikalienagentur (ECHA) eine Neubewertung von Formaldehyd durchgeführt. Diese erfolgte im Rahmen der neuen Verordnung zur Kennzeichnung von Verpackungen (EU-Verordnung 618/2012). Er hat Ende 2012 vorgeschlagen, Formaldehyd in die Kategorie 1B (wahrscheinlich beim Menschen krebserzeugend) einzustufen. Bislang ist Formaldehyd in der Kategorie 3 (Substanzen, die krebserregend sein können) in der Richtlinie über gefährliche Stoffe eingestuft. Über den RAC-Vorschlag haben die EU-Kommission und die Vertreter der Mitgliedsstaaten im Komitee zur Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH Committee) weiter zu beraten. Dies wird bis Herbst 2013 erwartet.
Innerhalb Europas haben sich die Holzwerkstoffhersteller schon vor Jahren dazu verpflichtet, nur Produkte mit dem niedrigsten in Europa geltenden Standard, der Emissionsklasse E1 (0,1 ppm nach DIN EN 717-1), herzustellen.

Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie

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