Waldschutz

Europa: Bereits 660.000 ha durch Waldbrände zerstört!

Bearbeitet von Jörg Fischer

Durch Waldbrände in Europa sind zwischen Jahresbeginn und Mitte August bereits rund 660.000 ha Land verbrannt, berichtet der Holzkurier – ein Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen 2006.

Der Wert entspricht etwa zweieinhalbmal der Fläche Luxemburgs. Die Daten stammen aus dem Europäischen Waldbrandinformationssystem (EFFIS), das mithilfe von Satellitenbildern des europäischen Copernicus-Programms Daten sammelt und Statistiken erstellt.

Frankreich hatte in den 1970er-Jahren noch schlimmere Jahre erlebt, doch 2022 ist laut diesen Zahlen das schlimmste Jahr seit 16 Jahren, was größtenteils auf zwei aufeinanderfolgende große Brände im Südwesten des Landes zurückzuführen ist.

In Mitteleuropa ist die Situation ebenfalls außergewöhnlich: Die Feuerwehr brauchte im Juli mehr als zehn Tage, um einen Großbrand in Slowenien unter Kontrolle zu bringen.

In Berlin brach in der Vorwoche ein Großbrand in einem Munitionsdepot der Polizei in einem trockenen Wald aus. Das Feuer konnte zum Glück schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die deutsche Hauptstadt, die bislang von solchen Bränden verschont geblieben war, ist heutzutage aufgrund ihrer großen Waldgebiete zunehmend gefährdet.

Waldbrände in Europa: Spanien traurige Spitze

Das am stärksten von Bränden betroffene Gebiet ist jedoch die Iberische Halbinsel. In Spanien, das wie Frankreich durch mehrere Hitzewellen in diesem Sommer „ausgetrocknet“ wurde, wurden mehr als 250.000 ha durch Brände vernichtet, vor allem in Galizien im Nordwesten.

Auch Portugal kämpft seit mehr als einer Woche gegen ein Feuer in dem von der UNESCO anerkannten globalen Geopark in der Bergregion der Serra da Estrela.

Die durch Waldbrände zerstörten Flächen in EU-Ländern 2022 (Stand EFFIS vom 18. August):

  • Spanien: 283.306 ha
  • Rumänien: 150.735 ha
  • Portugal: 86.665 ha
  • Italien: 42.604 ha
  • Deutschland (11): 4.293 ha
  • Österreich (15): 1.016 ha

Allein auf den Sommer bezogen, sei „2022 bereits ein Rekordjahr“, sagte Jesús San-Miguel, Koordinator von EFFIS, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Der bisherige Rekord für Europa stammt aus dem Jahr 2017, als bis zum 13. August 420.913 ha in Flammen aufgingen und 988.087 ha innerhalb eines Jahres.

Die Feuer werden durch die außergewöhnliche Trockenheit in Europa in Kombination mit Hitzewellen begünstigt. Die anhaltende Klimaerwärmung dürfte diesen Trend noch verstärken.

Link zum Europäischen Waldbrandinformationssystem EFFIS

Quelle: holzkurier.com