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Abschließender Konsens bestand darin, dass sich die Akteure der Waldwirtschaft noch stärker vernetzen und mit einer Stimme sprechen müssen: „Gemeinsam für den Wald“.

EU-Symposium „Wald trifft Politik“

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) veranstaltete am 15. Januar unter Einbindung der Europäischen forstlichen Dachverbände Europäischer Privatwaldbesitzerverband (The Confederation of European Forest Owners – CEPF), Europäischer Dachverband staatlicher Forstbetriebe (European State Forest Association – EUSTAFOR), Europäische Gemeindewaldbesitzerverband (Fédération Européenne des Communes Forestières – FECOF), dem kroatischen Waldbesitzerverband und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zum dritten Mal das EU-Symposium „Wald trifft Politik“ als die parlamentarische Veranstaltung im Deutschen Bundestag.

Die Forstwirtschaft in Deutschland und in Europa steht vor großen Herausforderungen. „Der Klimawandel kennt keine Grenzen. Deshalb benötigen wir den Schulterschluss mit allen Akteuren der Wald- und Holzwirtschaft in Europa“, betonte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) im Rahmen des EU-Symposiums.

Dr. Eva Ursula Müller, Abteilungsleiterin im BMEL betonte in ihrem Impulsvortrag, dass die nachhaltige Waldbewirtschaftung die Lösung für den Klimaschutz ist. Nur mit einer nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft in Deutschland und in Europa können die ambitionierten Ziele eines Grünen Deals erreicht werden.

„In Deutschland reduzieren Wald und Holz die CO₂-Emissionen jährlich um 14 Prozent bzw. um 127 Mio. Tonnen“, betonte Georg Schirmbeck. „Ohne diese Einspareffekte wird der Green Deal und damit der Klimaschutz in Europa nicht funktionieren. Deshalb wird sich der DFWR dafür einsetzen“, sagte Schirmbeck. Der Grüne Deal muss über den Klimaschutzaspekt und die Biodiversität noch viel stärker die gesamte Multifunktionalität von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und die anschließende Verwendung des nachhaltigen Rohstoffes Holz, zum Beispiel im Holzbau, berücksichtigen. In diesem Zusammenhang kommt auch einer Stärkung der EU-Waldstrategie eine ganz wesentliche Rolle zu und damit Deutschland, das turnusgemäß in der zweiten Jahreshälfte den Vorsitz der EU-Ratspräsidentschaft übernimmt und damit auch die Möglichkeit der Gestaltung von forstlichen Themen.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es insgesamt rasch mutiger Entscheidungen bedarf, um das Klima zu schützen. Klimaschutz in der EU ist eine wesentliche Voraussetzung, wenn wir den Wald mit all seinen überlebensnotwendigen Funktionen für die Menschen erhalten wollen und damit seine vielfältigen Ökosystemleistungen. Für die Zukunft unseres Waldes bedarf es deshalb einer entsprechenden Unterstützung der Waldbesitzenden und die umfassende Betrachtung und Honorierung von Ökosystemleistungen, wie Ivo von Trotha (CEPF) anschaulich präsentierte.

Der Mensch brauche den Wald. Wälder seien kulturell geprägt und wesentliche Lebensgrundlage, brachte es Pierre Grandadam, Bürgermeister und Präsident der kommunalen Waldbesitzer FECOF auf den Punkt. Die Beteiligung der Waldbesitzenden in politische Prozesse sei unverzichtbar. Denn Ziele könne man nur gemeinsam mit den Waldbesitzenden erreichen.

EUSTAFOR-Präsident Reinhart Neft hob schließlich in seinem Impuls noch einmal deutlich hervor, dass die aktive und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder Grundvoraussetzung für einen gesunden Wald mit all seinen Leistungen ist, von der CO₂-Speicherwirkung von Waldökosystemen bis hin zur waldtypischen Biodiversität.

Abschließender Konsens bestand darin, dass sich die Akteure der Waldwirtschaft noch stärker vernetzen und mit einer Stimme sprechen müssen: „Gemeinsam für den Wald“. „Wir müssen uns außerdem noch viel stärker dafür einsetzen, das politische Entscheidungen mit Einfluss auf unsere Wälder, gemeinsam mit seinen Bewirtschaftern auf Basis wissenschaftlicher fundierter Grundlagen und Praxiswissen von Experten getroffen werden“, betonte Schirmbeck.

DFWR/Red.

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