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EU-Waldstrategie

EU-Parlament bringt Waldstrategie auf den Weg

Am 7. Oktober hat das EU-Parlament in einem nicht-gesetzgebenden Beschluss die EU-Waldstrategie ab 2021 auf den Weg gebracht und der EU-Kommission damit eine Entscheidungsvorlage geliefert.

Das EU-Parlament hat den Initiativentwurf des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI) des Europäischen Parlaments zur neuen EU-Waldstrategie mit 462 Stimmen bei 176 Gegenstimmen und 59 Enthaltungen angenommen.

Schwerpunkte der EU-Waldstrategie

Die Schwerpunkte der Strategie liegen auf der Unterstützung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und verantwortungsbewusster Eigentümer, der Stärkung der Wälder gegen Katastrophen, der Erhöhung ihrer Anpassungsfähigkeit gegen sich ändernde Klimabedingungen und der Etablierung von Frühwarnmechanismen zur Verhinderung von Waldbränden.

Darüber hinaus will man die Einfuhr von illegal eingeschlagenem Holz wirksamer bekämpfen und die nachhaltige Fortwirtschaft weltweit fördern. Teil der Strategie ist auch eine bessere finanzielle Entschädigung für Einkommenseinbußen durch Naturschutzmaßnahmen. Holz als nachhaltiger und nachwachsender Bau- und Rohstoff soll nach Meinung der Mehrheit der Abgeordneten stärker gefördert werden

Verbände begrüßen Entwurf

Die europäischen Verbände der Holzindustrie und des Waldbesitzes begrüßten die Annahme des Entwurfs. Die Holzindustrie betont dabei besonders die die Stärkung der zirkulären Bioökonomie, die ein wesentlicher Ansatz zur Erreichung einer kohlenstoffarmen Gesellschaft bei der Umsetzung des EU Green Deals sei. Die Förderung der Verwendung von Holzprodukten bietet dank der Auswirkungen der Kohlenstoffspeicherung in Holz und der Substitution fossiler Materialien auch eine robuste und sofortige Lösung für eine klimaneutrale EU-Wirtschaft.

Die Waldbesitzerverbände betonen, dass man nicht versuchen sollte, das Rad neu zu erfinden, indem die Definition der nachhaltigen Waldbewirtschaftung geändert wird, die im Rahmen des europaweiten „Forest Europe-Prozesses“ international vereinbart und in die nationale Gesetzgebung und Praxis aufgenommen wurde.

Grüne Kritik

Kritik kommt dagegen von der Grünen-Abgeordneten im EU-Parlament Anna Deparnay-Grunenberg. Der verabschiedete Bericht über die neue EU-Forststrategie stelle eine klassische, kurzfristig gedachte wirtschaftliche Bedeutung der Wälder in den Mittelpunkt, statt eine Strategie für einen Waldumbau zu präsentieren. Bei dem, was ihrer Ansicht nach zu tun sei, zählt sie dann aber alles auf, was der Strategieentwurf als Ziele definiert hat.

Wälder in Europa

Wälder und andere Waldgebiete bedecken derzeit rund 43% der EU-Fläche, erreichen mindestens 182 Millionen Hektar und machen 5% der gesamten Wälder der Welt aus. In Europa befinden sich 23% aller Wälder in Natura 2000-Gebieten. Wälder absorbieren über 10% der Treibhausgasemissionen der EU.

Rund 60% der EU-Wälder befinden sich in Privatbesitz, und ein großer Teil sind kleine Waldbestände (weniger als 3 ha). Über 60 % der produktiven Wälder in der EU sind zertifiziert, um die freiwilligen Standards für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu erfüllen. Der Sektor beschäftigt mindestens 500.000 Mitarbeiter direkt und 2,6 Mio. indirekt in der EU.

EU-Parlament/CEI-Bois/CEPF/Red.

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