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EU-Kommission verklagt Polen: Urwälder müssen geschützt werden

Die Europäische Kommission hat beschlossen, Polen wegen des verstärkten Holzeinschlags im Bialowieza-Wald, einem geschützten Natura-2000-Gebiet, vor dem Gerichtshof der Europäischen Union zu verklagen. Da der Holzeinschlag in großem Umfang begonnen hat, beantragt die Kommission beim Gerichtshof zudem einstweilige Anordnungen, um Polen zur Einstellung dieser Tätigkeiten zu veranlassen. ; Im März 2016 erließen die polnischen Behörden den Beschluss, der eine Verdreifachung des Holzeinschlags im Bialowieza-Wald sowie die Ernte in Gebieten gestattet, die bis dahin vorn Eingriffen jeglicher Art ausgeschlossen waren. Diese Maßnahmen, die auch die Entfernung jahrhundertealter Bäume umfasst, stellen eine erhebliche Bedrohung für die Integrität dieses Natura-2000-Gebiets dar. Das Natura-2000-Gebiet bietet Schutz für Arten und Lebensräume, die auf Altholzbestände, einschließlich Totholz, angewiesen sind. Für einige dieser Arten ist der Bialowieza-Wald das wichtigste oder letzte verbleibende Gebiet in Polen. ; Die vorliegenden Daten zeigen, dass diese Maßnahmen mit den Erhaltungszielen für das Gebiet nicht vereinbar sind und über das hinausgehen, was für eine nachhaltige Nutzung des Waldes notwendig ist. Außerdem ging dem Beschluss eine unsachgemäße Prüfung der Auswirkungen der Maßnahmen auf das Natura-2000-Gebiet voraus. ; Im April 2017 versandte die Kommission eine mit Gründen versehene Stellungnahme, in der sie Polen zur Einstellung des großmaßstäblichen Holzeinschlags aufforderte und dem Land einen Monat Zeit gab, dieser Aufforderung nachzukommen. Dessen ungeachtet hat Polen mit der Umsetzung seines Plans begonnen.

holzkurier.com

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