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Eschlböck baut aus

Alle zwei Jahre lädt der oberösterreichische Maschinenbauer Eschlböck zum „Biberfest“ ein. In lockerer Atmosphäre will die Eigentümerfamilie ihre Neuheiten vorführen. Anfang September war es wieder soweit.

Die Liste der Neuheiten war lang. Auffälligste Änderung gegen 2015: Das „Werk 3“, eine imposante dreischiffige Halle mit mehr als einem halben Hektar Grundfläche. Stahlbetonstützen tragen große Leimbinder, die Außenwände sind als Holzriegelkonstruktion ausgeführt, wobei die Innenseiten mit OSB-Platten sichtbar blieben. Geheizt wird mit einer 800-kW-Hackgutanlage in den Betonboden, der auch als Wärmespeicher dient. Außen wirkt die Halle massig, sie ist aber dem regionalen Baustil mit Satteldach und angeschlossenen Sheddächern für die Seitenschiffe nahe.

Der Bürotrakt an einer Seite ist im Farbdesign einem städtischen Bürgerhaus angelehnt. Innen soll der zentrale Teil der Halle das neue Hochregallager werden, in den Seitenteilen findet die Metalltechnik ihren Platz. Sie übersiedelt aus dem daneben liegenden Werk 1. Bis Weihnachten soll, so Geschäftsführer Rudolf Eschlböck, der Betrieb im neuen Werk voll laufen. Dann erwartet der Chef schnellere Arbeitsabläufe und mehr Platz für die Maschinen und ihre Bediener.

Auch bei den Produkten tat sich einiges: Beim Biber 2-15 wurde die Motorversion bereits 2016 vorgestellt, heuer waren die Zapfwellengeräte zum Aufsatteln am Traktor und als gezogene Variante dran. Viel Hirnschmalz steckten die Entwickler, darunter Juniorchef Reinhard Eschlböck, in die Realisierung der verschärften Sicherheitsbestimmungen. Ergebnis ist ein Rohr, das drei Seiten des Einzugstrichters umschließt und von jeden Punkt aus die Not-Aus-Funktion auslösen kann. Zusätzlich gibt es zwei der geforderten Laien-Notaus-Taster an der Oberseite des Trichters. Mit den beiden Rücklauf-Pilztastern an beiden Seiten ist aus einem Blechtrichter also ein Multifunktions-Gerät geworden. Der Scheibenradhacker kann Holz bis 15 cm Durchmesser (3 cm mehr als vorher) verarbeiten. Eine selbst entwickelte SPS-Steuerung erlaubt dem Bediener zahlreiche Einstellmöglichkeiten und das Abrufen vieler relevanter Leistungsdaten.

Beim Biber 3-21 können ab sofort Hackschnitzel von 1 cm bis 3 cm Länge erzeugt werden. Dazu werden Distanzplatten unter die drei Messer gelegt, womit der Vorgriff eingestellt wird. Der Kunde hat auch die Wahl zwischen zwei Motoren mit 49 PS oder 62 PS Leistung bei der Version mit eigener Energieversorgung.

Die größeren Maschinen erhielten eine zusätzliche Motoroption. Ab sofort sind die gezogenen Hacker auch mit Volvo-Aggregaten zu haben. Der 13-l-Diesel leistet 470 PS und hat die Abgasklasse Euro 4.

Wer möchte, kann für diese Hacker auch ein Vario-Gebläse ordern. Das erlaubt die stufenlose Regulierung der Auswurfleistung. Mit dem neuen Gebläsekasten sind so Wurfhöhen bis zu 6,5 m zu erzielen. Mit dem neuen Rotor T5 ist die Trommel mit fünf Messern so gebaut, dass sie mit 550 PS Antriebsleistung Hackgut mit 18, 25 oder 35 mm Länge schneiden kann. Eschlböck verspricht sich davon geringere Staubentwicklung und feineres Material. Scherbolzen erlauben den Messern beim Auftreffen auf Fremdmaterial auszuweichen.

Und schließlich erhält der große Hacker „Vican“ bei der Agritechnica einen kleinen Bruder, den „Victor“. Der Biber 84 ist hier auf einem Volvo 6×4 aufgebaut. Der Lkw mit 550 PS hat wie der 2016 vorgestellte Vican das von Eschlböck konstruierte Zwischengetriebe vor der eigentlichen Lkw-Schaltbox. Zwei Abtriebe erlauben den Direktanschluss an die Hackerwelle und die Versorgung einer großen Hydraulikpumpe für Kran, Einzugstisch, Gebläse und auch andere Verbraucher. Große Vorteile laut Hersteller: Kraftabnahme vor dem Getriebe mit weniger Belastung des Räderwerkes im I-Shift, weniger Verlustleistung und Kühlbedarf und ganz wichtig – Verfahren des Lkw bei laufendem Rotor.

Anton Friedrich

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