Waldschutz

Chemische Spurensuche zum Eschentriebsterben

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Natürliche Inhaltsstoffe in Eschenblättern können Hinweise geben auf die Toleranz einzelner Bäume gegenüber dem Eschentriebsterben. Das haben Wissenschaftler der britischen Universitäten von Warwick und Exeter herausgefunden.

Iridoide waren bisher vor allem als Abwehrstoffe gegen tierische Fressfeinde bekannt, weil sie sehr bitter sind. Untersuchungen in Dänemark hatten aufgezeigt, dass bestimmte Secoiridoide in einer Eschenpopulation deutlich erhöht waren, die sich als besonders anfällig für die Pilzerkrankung erwiesen hatte. Die Wissenschaflter konnten bestimmte Glykoside identifizieren, die sich als Biomarker für die Toleranz bzw. Resistenz gegenüber der Pilzerkrankung eignen. Damit gäbe es die Möglichkeit, bei der Vermehrung von Eschen gezielt auf Resistenz zu züchten.

Der Hauptautor der Studie Dr. John Sidda von der School of Life Science in Warwick sieht das Eschensterben als ein gewaltiges Problem in Großbritannien. Esche hat dort einen Baumartenanteil von 5,5%, ist somit die dritthäufigste Baumart. Die Krankheit könnte damit die Landschaft deutlich verändern und einen Schaden von bis zu 15 Billionen britischen Pfund verursachen. Ohne eine Möglichkeit zur Bekämpfung ist Resistenzforschung der einzig gangbare Weg bisher.

Mit einem niedrigen Gehalt an Iridoiden in den Blättern steigt aber eine andere Gefahr: Der asiatische Eschenprachtkäfer hat die Eschenvorkommen in Nordamerika bereits stark dezimiert. Der Schädling wurde bereits in Russland und der Ukraine bestätigt. Mit der aktuellen Ausbreitungsgeschwindigkeit wird er Mitteleuropa in 15-20 Jahren erreicht haben. Möglicherweise wären die Neuzüchtungen dann zwar resistent gegenüber dem Pilz, hätten aber dem Fressfeind weniger entgegenzusetzen.

Doch die Forscher sind zuversichtlich: Sie haben eine größere Variabilität innerhalb der Iridoide gefunden als bisher bekannt. Außerdem enthalten die britischen Eschen generell höhere Konzentrationen dieser Glycoside als die dänischen. Sie hoffen, die Zusammenhänge noch genauer verstehen zu lernen, um wirksame Resistenzmechanismen zu finden.

Universtiy of Warwick/Red.