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Erstmals Besenderung von Luchs im Nordschwarzwald gelungen

Luchse in freier Wildbahn zu sehen ist selten. Sie mit einem Halsbandsender auszustatten noch mehr. Erstmals ist eine Besenderung eines Luches im Nordschwarzwald bei Gernsbach gelungen. Der Landesjagdverband in Baden-Württemberg übernimmt die Patenschaft für den Luchs „Toni.“

„Luchse zählen zu den seltensten Tieren im Land. Daher ist es jedes Mal eine kleine Sensation, wenn unseren Experten eines dieser scheuen Wildtiere vor die Linse läuft oder unsere Jäger diese in freier Wildbahn beobachten können. Noch seltener gelingt es, wie in dieser Woche geschehen, einen in freier Wildbahn lebenden Luchs kurzzeitig zu fangen und mit einem Halsbandsender auszustatten. Eine solche Besenderung liefert uns wichtige Daten für den Schutz der streng geschützten Tierart“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR), Peter Hauk MdL, am 16. April in Stuttgart. Denn nur wenige Exemplare kommen aus dem Schweizer Jura oder den Alpen nach Baden-Württemberg und durchstreifen dann oft völlig unbemerkt unsere heimischen Wälder.

Bereits 2019 Nachweis über Luchsvorkommen

Im landesweiten Luchsmonitoring der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) gelang eine solche Besenderung im Nordschwarzwald in enger Zusammenarbeit mit dem dortigen Wildtierbeauftragten und der Jägerschaft vor Ort. Bereits seit Oktober 2019 wurden Nachweise auf die Anwesenheit des Luchses in der Region teils über die Jägerschaft, teils über Fotofallen der FVA erbracht. Das Halsband wird im Idealfall zwei Jahre Informationen zu dem Aufenthaltsort des Luchses an die Experten schicken. Daraus werden Informationen zu Lebensraumansprüchen, dem Wanderverhalten und über das Beutespektrum des Tieres abgeleitet.

„Uns ist es ein Anliegen, diese Informationen transparent an die Personen aus Jagd, Forst und Landwirtschaft weiterzugeben und damit die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Wildtiermonitoring weiter auszubauen. Dass wir auf einem guten Weg sind, zeigt sich auch durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Land und den Verbänden in der Arbeitsgruppe Luchs und Wolf. Wir freuen uns sehr, dass auch diesmal der Landesjagdverband die Patenschaft für den Luchs übernommen hat“, erklärte Minister Hauk.

Der männliche Luchs mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B3001 wurde mit der Besenderung auf den Namen ‚Toni‘ getauft. Der Frage der Herkunft wird nun über genetische Analysen nachgegangen. Eine Zuwanderung aus der Schweiz gilt als wahrscheinlich. Ob Luchs Toni im Nordschwarzwald nur auf der Durchreise ist oder sich dort langfristig niederlässt, werden die Daten des Halsbandsenders zeigen. Die FVA bittet darum, Luchshinweise möglichst rasch unter der Nummer 0761/4018-274 oder an info@wildtiermonitoring.de zu melden.

 

Infos: Arbeitsgruppe Luchs  und hier 

Infos zum Monitoring finden Sie hier. 

Hintergrundinformationen: Luchse unterliegen bundesweit dem Jagdrecht und haben ganzjährige Schonzeit. In Baden-Württemberg unterliegt dementsprechend die Zuständigkeit für Luchse beim MLR. Mit dem landesweiten Monitoring ist seit 2004 die FVA beauftragt. Luchse sind für Menschen völlig ungefährlich und auf die Erbeutung von Rehen und Gämsen spezialisiert. Schafe oder Ziegen werden nur selten von Luchsen angegriffen. Im Schadensfall erhält der Tierhalter eine Ausgleichszahlung durch den Luchsfonds Baden-Württemberg. Das MLR hat die Verbände der Arbeitsgruppe Luchs und Wolf Baden-Württemberg sowie die Wildtierbeauftragten in der Region über die Nachweise informiert.

Quelle: MLR

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