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Erstes Thüringer Wolfsgebiet ausgewiesen

Thüringens Umweltministerium hat ein erstes Wolfsgebiet ausgewiesen. Das teilte Umweltministerin Anja Siegesmund am 1. Juni mit.
„Mit dem ausgewiesenen Wolfsgebiet verstärken wir die Hilfe für Schafhalter, die ihre Tiere vor dem Wolf schützen wollen“, sagte die Ministerin. Eine entsprechende neue Förderrichtlinie ermöglicht ab sofort den Tierhaltern die finanzielle Förderung von Schutzzäunen und Hütehunden. Im Wolfsgebiet können Präventionsmaßnahmen von Tierhaltern zu 75 % gefördert werden. Förderfähig sind unter anderem Netzzäune mit Weidezaungeräten, ein Untergrabungsschutz bestehender Zäune, Breitbandlitzen an den Zäunen sowie die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden. Reißt ein Wolf trotz Schutz ein Tier, so bekommt der Besitzer den Wert zu 100 % erstattet.
Das erste Thüringer Wolfsgebiet umfasst eine Fläche von rund 2.800 Quadratkilometern und erstreckt sich in einem 30-Kilometer-Radius um das Zentrum des ehemaligen Standortübungsplatzes Ohrdruf, in dem seit Mai 2014 wiederholt eine Wölfin gesichtet worden ist. Die Förderung von Präventionsmaßnahmen gegen Wolfsübergriffe kann nur im ausgewiesenen Wolfsgebiet erfolgen. Voraussetzung für die Ausweisung eines Wolfgebiets ist die mindestens über ein halbes bis ein ganzes Jahr belegte Präsenz eines Einzeltiers oder eines Wolfspaars. Als Wolfsgebiet wird üblicherweise der Siedlungsraum mit einem 30 km breiten Umkreis bezeichnet.
„Dass der Wolf in Deutschland und Thüringen wieder heimisch wird, ist ein Erfolg für den Artenschutz“, sagte Siegesmund. Gleichzeitig warb sie für Akzeptanz des Wolfes und bekräftigte den Willen der Landesregierung, die betroffenen Schäfer finanziell zu unterstützen.
Noch vor Sichtung des ersten Wolfs Ende 2013 in der Nähe von Jena hatte Thüringen einen Managementplan Wolf erarbeitet. Bereits seit 2010 gibt es einen Titel im Landeshaushalt, der Verluste durch gerissene Tiere finanziell ausgleicht. Dieser Titel musste bisher noch nie in Anspruch genommen werden. Am Pfingstwochenende 2015 wurden in der Nähe des Standortübungsplatzes Ohrdruf erstmals fünf Schafe gerissen. Die Wolfsexperten der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie gehen davon aus, dass es sich um Risse durch einen Wolf handelt. Die genetische Untersuchung dazu läuft derzeit noch.
 

Zum Wolfsmanagementplan

 

Zur Förderrichtlinie

 
TMUEN

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