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Der nächste Erfahrungsaustausch zwischen dem Landestourismusverband Sachsen (LTV) und dem Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) folgt im Jahr 2020.

Informationsaustausch Tourismus und Forst in Sachsen

2018 wurde zwischen dem Landestourismusverband Sachsen und dem Staatsbetrieb Sachsenforst eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Am 10. Oktober 2019 nun fand im Rahmen dieser Kooperationsvereinbarung ein erster Informations- und Erfahrungsaustausch im Auersberghaus im Forstbezirk Eibenstock statt.

Spätestens seit dem Zeitalter der Romantik ist der Wald nicht nur Arbeits-, sondern immer mehr auch Erholungsort für Menschen. Unter anderem wird dies in den Waldgesetzen berücksichtigt, die ein Nebeneinander von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes fordern. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass in den letzten Jahrzehnten die Ansprüche der Gesellschaft an unterschiedliche Formen der Erholungsnutzung im Wald gestiegen sind. Aufgrund der räumlichen Begrenztheit des Waldes waren und sind Konflikte unter den Erholungssuchenden einerseits und andererseits zwischen Erholungssuchenden und Waldbewirtschaftern nicht immer auszuschließen.

Um seine ebenso gesetzlich bestimmte Aufgabe der besonderen Allgemeinwohlverpflichtung bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes im komplexer gewordenen Umfeld weiterhin gut erfüllen zu können, wurde am 22. Mai 2018 zwischen dem Landestourismusverband Sachsen (LTV) und dem Staatsbetrieb Sachsenforst eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.

Erster Informations- und Erfahrungsaustausch Tourismus und Forst in Sachsen

Am 10. Oktober 2019 fand im Rahmen dieser Kooperationsvereinbarung ein erster Informations- und Erfahrungsaustausch im Auersberghaus im Forstbezirk Eibenstock statt. Neben Bürgermeistern aus der Region sowie Vertretern von Kommunen und Tourismusinstitutionen nahmen Forstbezirksleiter und weitere Mitarbeiter von Sachsenforst an der Veranstaltung teil, insgesamt 45.

Der nächste Erfahrungsaustausch zwischen dem Landestourismusverband Sachsen (LTV) und dem Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS) folgt im Jahr 2020.
Das Präsidium der Veranstaltung (v.l.): Andrea Kis, Frank Vogel, Utz Hempfling. Foto: Dr. Mareike Eberlein, LTV

Als Vertreterin der Geschäftsstelle des LTV eröffnete Andrea Kis gemeinsam mit dem Landesforstpräsidenten und Geschäftsführer von Sachsenforst, Utz Hempfling, die Veranstaltung. Sie begrüßten den Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, den für Tourismus zuständigen Referatsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Frank Ortmann, sowie den Leiter des Referats 36 im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, Ullrich Scheidereit.

Schwerpunkt bildeten die zwei Vorträge: Karin Beer (Sachsenforst) berichtete über das von ihr bearbeitete Projekt „Forstwirtschaft und Erholungsnutzung in der Modellregion Eibenstock – Anforderungen an eine moderne Kommunikation mit Anspruchsgruppen“. Einen für die Förster anderen Blickwinkel auf die Thematik stellte Dr. Mareike Eberlein (LTV) mit ihrem Referat „Herausforderungen im sächsischen Tourismus – Vorstellung der Fachplanungen ‚Wanderwege‘ und ‚Mountainbike‘“ vor.

In der anschließenden, engagierten Diskussion herrschte Einigkeit darüber, dass sich die Kommunikation zwischen Touristikern und Förstern durch die beiderseitigen intensiven Bemühungen zukunftsfähig entwickelt hat.

Allerdings wurde den anwesenden Förstern schnell klar, dass auf Seiten der Touristiker ein großer Informationsbedarf zu den Funktionen und daraus resultierenden Bauarten des forstlichen Erschließungsnetzes besteht.

Weiterhin muss nach einer Lösung gesucht werden, wie die durch Sachsenforst bereitgestellte Information „Waldgebiet ist wegen Waldpflegearbeiten gesperrt“ in die von den Touristikern gewünschte Information „Wo kann unser Gast wandern?“ umgewandelt werden kann. Ebenso stellt sich die Frage nach einer einheitlichen Plattform zur Wegedarstellung – und evtl. auch eines „offenen“ Meldesystems für Wegeschäden bzw. -probleme.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine gemeinsame Exkursion an die Talsperre Sosa. Stephan Schusser (Forstbezirksleiter Eibenstock) und Karin Beer konnten dort neue Elemente für das Wald-Erleben vorstellen, die gemeinsam mit der Stadtverwaltung Eibenstock und lokalen Vereinen und Initiativen entstanden sind.

Der nächste Erfahrungsaustausch zwischen dem Landestourismusverband und dem Staatsbetrieb Sachsenforst folgt im Jahr 2020.

Michael Creutz, Sachsenforst

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