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Erster Generhaltungswald in Bayern

Mit einem landesweiten Netz an Generhaltungsbeständen will Forstminister Helmut Brunner die genetische Vielfalt in Bayerns Wäldern für die Zukunft sichern. Den Anfang machte der Minister am 19. Oktober im Landkreis Berchtesgadener Land, wo er einen Tannenbestand als ersten Generhaltungswald Bayerns auswies.

„Wir wollen die Erbanlagen der Waldbäume in ihrer ganzen Bandbreite für nachfolgende Generationen erhalten“, sagte der Minister. Eine möglichst große genetische Vielfalt sei in Zeiten des Klimawandels von zentraler Bedeutung für den Fortbestand der Wälder. Denn die Genmerkmale der Bäume haben laut Brunner nicht nur entscheidenden Einfluss auf Wuchsverhalten und Widerstandskraft, sondern auch auf die Anpassungsfähigkeit an Umweltbedingungen. Die Generhaltungswälder müssen deshalb dem Minister zufolge besonderen Anforderungen gerecht werden: Sie müssen unter anderem vital, stabil, optimal an die örtlichen Klima- und Bodenverhältnisse angepasst und naturnah bewirtschaftet sein.
Die Waldbestände stehen fortan unter Dauerbeobachtung durch die Experten am Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) in Teisendorf und liefern unter anderem Samen für die Nachzucht neuer Wälder. Die künftigen Generhaltungsbestände sind einer von mehreren Bausteinen im „Konzept zum Erhalt und zur nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen“, das das ASP auf Initiative Brunners erarbeitet hat. Zudem wurden Langzeitbeobachtungsflächen eingerichtet, um frühzeitig Veränderungen in der genetischen Zusammensetzung zwischen Alt- und Jungbäumen zu erkennen.
Darüber hinaus sorgen landesweit mehr als 3.200 ausgewählte Waldbestände für dauerhaften Nachschub an hochwertigem Saatgut. Und zudem wird am ASP geeignetes Saatgut in einer Genbank für die Zukunft konserviert.
Dem Minister zufolge ist das Konzept ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in den bayerischen Wäldern. Weitere Informationen sowie das Konzept gibt es unter www.asp.bayern.de
StMELF Bayern

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