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Erste Sitzung „Forum Nadelholz“

Auf Initiative namhafter Unternehmerpersönlichkeiten trafen sich führende Betriebe der deutschen Nadelholzsägeindustrie am 18.1.2012 zur ersten Sitzung des „Forum Nadelholz“ in Frankfurt am Main. Zur Diskussion standen aktuelle branchenpolitische Themen aber auch die kritische Wettbewerbsposition deutscher Nadelschnittholzprodukte im globalen Markt.

Weltweit führende Sägewerkstechnik, vielseitig verwendbare Produkte aus einem nachwachsenden Rohstoff mit hervorragenden Zukunftsprognosen – und dennoch: Auf Grundlage von allgemeinen Kennzahlen und Statistiken sowie öffentlich verfügbaren Informationen bewerteten die Unternehmer das vergangene Jahr und die aktuelle Situation der Branche als absolut unbefriedigend. Dabei ist nach Ansicht der Teilnehmer die Nachfrage in den Exportmärkten und insbesondere auch im Inland nicht der ausschlaggebende Faktor, sondern das im europäischen und internationalen Vergleich erheblich überhöhte Rundholzpreisniveau.

Realistische Preisfindung ausgeschlossen

„Die Preispolitik der den Markt prägenden Rundholzanbieter ist schon lange nicht mehr nachhaltig und schließt eine realistische Preisfindung faktisch aus“, fasste ein Teilnehmer seine Verärgerung zusammen. „Es geht dabei längst nicht mehr nur um die Marktfähigkeit einzelner Unternehmen, sondern um die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wertschöpfungskette insgesamt: Deutsche Nadelschnittholzprodukte sind mittlerweile auch im Inland nicht mehr konkurrenzfähig. Dadurch werden leichtfertig Arbeitsplätze in Gefahr gebracht.“ Auch die unlängst über die Fachpresse kommunizierten marginalen Preisreduktionen sind nach Ansicht der Teilnehmer nicht ausreichend, um den verlorenen Boden im Wettbewerb mit den ausländischen Schnittholzanbietern kurzfristig wieder gut zu machen.

Den Vorwurf der Überkapazitäten will man dabei nicht alleine auf sich nehmen: „Während in den letzten Jahren Kapazitäten in allen Betriebsgrößen aufgebaut wurden, sank und sinkt weiterhin die Rohstoffverfügbarkeit aus Sicht der Nadelholzbetriebe aufgrund unterschiedlicher Faktoren wie beispielsweise dem Waldumbau. Letztendlich sollte die Forstwirtschaft sowie die nachgelagerten Holz bearbeitenden Betriebe froh darüber sein, über eine hochleistungsfähige Sägeindustrie als integralen Bestandteil der heimischen Wertschöpfungskette zu verfügen. Gerade auch der Waldbesitz hat in den letzten Jahren von diesen Investitionen in neue Sägewerkstechnik profitiert.“

Höhere Wertschöpfung muss Ziel sein

Mittelfristig will die Branche den Grad der Veredlung und Weiterverarbeitung weiter steigern. „Nicht die technische Kapazität der Anlagen ist dabei maßgebliche, sondern die betriebswirtschaftlich sinnvolle Nutzung der leistungsfähigen deutschen Sägewerkstechnik.“ Für die Forstseite eröffnet sich dadurch die Chance, die Sägebetriebe auf dem Transformationspfad partnerschaftlich zu begleiten.

Über das Forum Nadelholz

Das Forum Nadelholz ist eine überverbandliche Plattform: Unternehmer-persönlichkeiten von in Deutschland produzierender Nadelsägeindustrie diskutieren dort Themen, die für die gesamte Branche von wesentlicher Bedeutung sind. Ziel ist es, die gemeinsame Interessenvertretung längerfristig, zielorientiert und durch Bündelung wirksam auszurichten. Eine Mitwirkung steht grundsätzlich allen Unternehmerpersönlichkeiten der Nadelholzindustrie offen. Der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) mit Sitz in Berlin führt das Sekretariat. Um allen Teilnehmern die größtmögliche Sicherheit zu geben, dass wettbewerbsrechtliche Vorgaben und Grenzen eingehalten werden, wurde die auf kartellrechtliche Beratung spezialisierte Kanzlei COMMEO LLP, Frankfurt am Main, beauftragt, die Sitzungen zu begleiten und auch die Vor- und Nachbereitung zu überwachen.

An der ersten Sitzung am 18.1.2012 nahmen Vertreter folgender Firmen teil: Ante-Holz GmbH, Klenk Holz AG, Pfeifer Holz GmbH, Klausner Gruppe, Rettenmeier AG, Binderholz GmbH, Ilim Timber, Ziegler Holzindustrie und Ladenburger GmbH.

BSHD

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