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Wald und Holz NRW: Pflanzengesundheitliche Vollkontrolle von Verpackungsholz

Wald und Holz NRW: Pflanzengesundheitliche Vollkontrolle von Verpackungsholz

Experten von Wald und Holz NRW führen am 16. September erstmals eine Vollaufnahme aller in Holz verpackten Warenimporte im Bezirk des Hauptzollamts Köln durch. Konkret wird kontrolliert, ob verbotenerweise im Holz lebende Schadorganismen als „blinde Passagiere“ mit eingeführt werden. Dabei wird auch auf die Einhaltung der EU-Einfuhrbestimmungen geachtet.
Auf der Jagd nach versteckten Schädlingen
Das Risiko der Einschleppung solcher Organismen hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Globalisierung verhundertfacht. Problematisch sind vor allem Waren und Verpackungen aus Holz, sowie Paletten. In diesen reisen potenzielle Schadorgansimen oft unbemerkt durch die Welt.
„Die so mit den Warenströmen transportierten Schädlinge können eine tödliche Gefahr für unsere Bäume in NRW darstellen“, warnt Dr. Mathias Niesar, Leiter des Waldschutzmanagements bei Wald und Holz NRW. Denn diese haben im Lauf der Jahrtausende zwar Abwehrmechanismen gegen die hier auftretenden Gefahren entwickelt. Den neu eingeschleppten Lebewesen, haben Sie oft nichts entgegenzusetzen. Im ungünstigsten Fall können die Neuankömmlinge heimische Bäume in kürzester Zeit befallen, abtöten und sich vermehren.
So hat sich ein mit bloßem Auge nicht sichtbarer Fadenwurm darauf spezialisiert, sich im Harz von Nadelbäumen, welches eigentlich zur Gefahrenabwehr produziert wird, fortzubewegen. Durch den Befall sterben die Bäume ab. Bei Laubbäumen wird der tödlich verlaufende Befall, sogar völlig gesunder Bäume, durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer gefürchtet. Ganze Wälder können in kürzester Zeit betroffen sein.
Für solche „Quarantäneschädlinge“ gilt eine Null-Toleranzgrenze.
 
Das Ziel der Waldschutz-Experten von Wald und Holz NRW ist es, den Import solcher Schädlinge zu verhindern. Denn hat es ein Einwanderer wie der Asiatische Laubholzbockkäfer in die heimischen Wälder geschafft, hilft oft nur noch der Kahlschlag betroffener Waldflächen, wie Erfahrungen aus Bayern zeigen.
Nicht alle holzverpackten Waren bergen dasselbe Risiko. Einige besonders kritische Warengruppen sind in einer „Risikowarenliste“ aufgeführt. Ob diese aktuell ist oder ergänzt werden muss, wird ein Ergebnis der Aktion sein.
Der Importmarathon in Köln ist die erste pflanzengesundheitliche Vollkontrolle von Verpackungsholz in NRW. Weitere werden bis Ende 2015 über das Land verteilt folgen und wertvolle Erkenntnisse zur Bedrohungslage heimischer Wälder durch fremde Schadorganismen liefern.
Meldepflicht
 
Für Quarantäneschädlinge gibt es eine gesetzliche Meldepflicht. Werden Schädlinge wie der Asiatischen Laubholzbockkäfer entdeckt, sollte der Fund bei Wald und Holz NRW (Tel. 02261-7010-312) oder der Landwirtschaftskammer NRW (Tel. 0228-703-2122) gemeldet werden.
 
Schwerpunkt Waldschutzmanagement
Das Waldschutzmanagement ist eine Schwerpunktaufgabe von Wald und Holz NRW und beschäftigt sich mit Fragen zum Thema Wald- und Forstschutz. Insbesondere mit der Erforschung, Erkennung und Vermeidung von biotischen und abiotischen Gefahren für den Wald. Seine Zentrale gehört zum Forstamt Bergisches Land und befindet sich am Sitz des Forstamtes in Gummersbach. Zudem gibt es zahlreiche regionale Ansprechpersonen vor Ort in NRW.
Auch außerhalb der Marathon-Initiative führen Mitarbeiter von Wald und Holz NRW Im- und Exportkontrollen von Holzverpackungsmitteln durch.

Wald und Holz NRW

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