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Eröffnung der 1. Brandenburger Forstausstellung am 23.8.2013 durch den Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft

Erste Brandenburger Forstausstellung

Vom 23. bis 25. August fand die 1. Brandenburger Forstausstellung auf dem Gelände des Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrums (MAFZ) Paaren statt. Insgesamt rund 1000 Fachbesucher und mehr als 300 Familien nutzten die Ausstellungen und Aktionsangebote rund um die Brandenburger Forstwirtschaft.
Neben dem Landesbetrieb Forst Brandenburg informierten knapp 40 Firmen, Institutionen, Verbände und Vereine der Forst- und Holzwirtschaft über ihre Leistungen. Fachveranstaltungen wie die öffentliche Tagung des Forstausschusses, die Jahrestagung des Waldbauernverbandes Brandenburg und die Fachtagung des Vereins Bioenergie-Coaching Brandenburg unter Schirmherrschaft der Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm gehörten zu den Höhepunkten. Schließlich verlieh ein polnischer Forstunternehmer der 1. Brandenburger Forstausstellung mit seinen Harvester- und Forwarder-Vorführungen sogar ein gewisses internationales Flair.
Nachhaltigkeit bleibt der Maßstab
Eröffnet wurde die Ausstellung durch Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger. „Wir brauchen eine starke Forst- und Holzwirtschaft für die Entwicklung der ländlichen Räume“, machte er deutlich und erinnerte an die Begründung der Nachhaltigkeit vor 300 Jahren durch Hannß Carl von Carlowitz. „Nachhaltigkeit ist auch weiterhin unser Maßstab“, unterstrich Minister Vogelsänger mit Blick auf die zukünftige Waldbewirtschaftung in Brandenburg.
Bei seinem Rundgang über das Ausstellungsgelände mit dem MAFZ-Geschäftsführer Dr. Gerd Lehmann, dem Bürgermeister der Gemeinde Schönwalde-Glien Bodo Oehme, Wilhelm Unnerstall für den Landesbeirat Holz Berlin-Brandenburg sowie Referatsleiterin Birgit Korth und den Leiter des Landesbetriebes Forst Brandenburg Hubertus Kraut, wurde die Gelegenheit zum Informations- und Meinungsaustausch rege genutzt.
Forstausschuss öffentlich
Nach dem Landeswaldgesetz berät der Forstausschuss bei der Obersten Forstbehörde Brandenburgs seit 2010 das Ministerium in grundsätzlichen forstlichen Fragen. Im Ausschuss vertreten sind die Waldbesitzarten, Forstunternehmer, Baumschulen und die Holzindustrie ebenso wie die Berufsverbände und der Naturschutz. Auf der zweiten öffentlichen Sitzung des Forstausschusses am 23. August im Rahmen der Brandenburger Forstausstellung stand die Baumart Eiche im Mittelpunkt: Prof. Dr. Ralf Kätzel vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde referierte über Erkenntnisse zur Komplexkrankheit an Eichen und Martina Heinitz vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL, Referat Wald und Forstwirtschaft) berichtete über das Auftreten der Eichenfraßgemeinschaft und die Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner 2013.
Nach den Fragen an die Referenten wurde vom Auditorium aus die Diskussion insbesondere unter den Stichworten Waldbrandbekämpfung und Waldwegebau fortgeführt. Deutlich wurde: Auch wenn Entstehungsbrände durch moderne videogestützte Methoden inzwischen schnell zu erkennen sind, für eine zügige und konsequente Brandbekämpfung durch die Feuerwehr ist ein gut ausgebautes Waldwegenetz weiterhin unverzichtbar. Die vom Landesverband Brandenburg des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) initiierte öffentliche forstpolitische Debatte gegen die Instandsetzung und Unterhaltung der brandenburgischen Waldwege widerspreche nicht nur allen bisherigen, sondern auch den aktuellsten praktischen Erfahrungen bei der Bekämpfung von Waldbränden.
Der Waldbesitzerverband Brandenburg will sich dem Problemkreis Waldbrandschutz und Waldwegebau verstärkt annehmen und auch Experten vom MIL machten deutlich, dass die Auffassung des NABU Brandenburg forstfachlich nicht haltbar ist. Die Wegeinstandsetzung und -unterhaltung insbesondere für die Holzabfuhr per Lkw stellt keinen Eingriff nach Naturschutzrecht dar. Wegebau ist nach Auffassung der Experten im MIL und des Waldbesitzerverbandes Bestandteil der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft. Klärungsbedarf besteht; mit Fachkollegen im Innen- und im Umweltministerium wurden diesbezüglich bereits erste Gespräche geführt.
BRAFO 2014?
Die Premiere der Brandenburger Forstausstellung – in Anlehnung an die an gleicher Stelle jährlich stattfindende Brandenburger Landwirtschaftsausstellung BRALA bereits mit BRAFO betitelt – ist aus der Sicht des Veranstalters gelungen.
Für Ute Lagodka, stellvertretende Geschäftsführerin der MAFZ GmbH, bietet die Brandenburger Forstausstellung „eine einmalige Chance für die gesamte Branche im Raum Berlin-Brandenburg, die es zu nutzen gilt“. Über eine Fortführung sei die MAFZ GmbH als Veranstalter mit ihren wichtigsten Auftakt-Partnern, dem MIL, dem Landesbetrieb Forst Brandenburg und dem Landesbeirat Holz, im Gespräch. Gleichwohl war von Ausstellern und Besuchern bereits zu hören, die Idee der „BRAFO“ mit neuen Kontakten und Ideen unterstützen zu wollen.
Stephan Loboda
Hubertus Kraut. Foto: S. Loboda Traditioneller Auftakt zur 1. Brandenburger Forstausstellung: Minister Jörg Vogelsänger (r.) und Dr. Gerd Lehmann Geschäftsführer des Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrums (MAFZ) Eröffnung der 1. Brandenburger Forstausstellung am 23.8.2013 durch den Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft Jörg Vogelsänger (M.); daneben links Referatsleiterin Birgit Korth  und rechts der Leiter des Landesbetriebes Forst Brandenburg

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