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Erneuerbare Energien in Rheinland-Pfalz

Erneuerbare Energien in Rheinland-Pfalz

„Für den Erfolg der Erneuerbaren Energien ist es von entscheidender Bedeutung, dass Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungsprozesse eingebunden sind“, sagte Umweltstaatssekretärin Jacqueline Kraege am 7. Februar bei der Fachtagung zur „Akzeptanz der Erneuerbaren Energien“ in der Transferstelle Bingen. „Dazu gehört umfassende Information bereits in der Planungsphase und offener Umgang mit möglichen Problemen. In Rheinland-Pfalz ist es das Ziel, durch die Planung in den Planungsgemeinschaften, in den Landkreisen und in den Kommunen eine gerechte Verteilung der Lasten und eine lokale Teilhabe zu erreichen. Die breite Akzeptanz in der Bevölkerung ist von essentieller Bedeutung für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien hin zu einer Energiewende der Zukunft.“ Energiegenossenschaften und Bürgerkraftwerke, in denen Bürgerinnen und Bürger unmittelbar beteiligt sind, hätten sich zu Erfolgsprojekten entwickelt, so die Staatssekretärin in Bingen.
„Wir setzen auf einen Mix aller Erneuerbaren: auf Windkraft, Biomasse, solare Energie, Erdwärme und Wasserkraft in enger Abstimmung mit der Bevölkerung vor Ort.“ Das bundesweit formulierte Ziel eines Anteils von 4,2 Prozent  Erneuerbare Energien am Primärenergieverbrauch bis 2010 wird in Rheinland-Pfalz bereits seit 2006 übertroffen (2008: 8,1 Prozent ). 24 Prozent der heimischen Stromerzeugung und 13 Prozent des Strombedarfs im Land kamen in 2008 aus regenerativen Energieträgern.
Kraege verwies auf die Weltklimaforschung, wonach die Industrienationen ihren CO2-Ausstoß bis 2050 um 90 Prozent senken müssen, soll der weltweite Klimawandel beherrschbar und gestaltbar bleiben. Der Wandel sei ökologisch und letztlich auch ökonomisch zwingend. Atomkraft biete dagegen selbst als Brückentechnologie keine Chance für die Zukunft.
„Unser Ziel in Rheinland-Pfalz ist die möglichst schnelle Versorgung mit regenerativer Energie. Damit verbunden sind riesige wirtschaftliche Chancen für innovative Unternehmen und für Arbeitsplätze. Mit der Herstellung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, deren Betrieb und Wartung, der Bereitstellung biogener Brenn- und Kraftstoffe sowie der Forschung waren 2009 beinahe 340.000 Personen beschäftigt. Ihre Zahl hat sich seit 2004 (160.500) mehr als verdoppelt. Auch in Rheinland-Pfalz sind viele Menschen in diesen Branchen tätig.
Die Landesregierung hat sich bis zum Jahr 2020 daher konkrete Ziele gesetzt: Mindestens 30 Prozent Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch – erzeugt in Rheinland-Pfalz; mindestens 16 Prozent Anteil erneuerbare Energien am Wärmemarkt. Allein mit Sonnenstrom könne im Land mehr als 20 Prozent des Stromverbrauchs gedeckt werden. Neben vielen anderen Aktivitäten für den Einsatz der Erneuerbare Energien ist es hier insbesondere die „Solarinitiative Rheinland-Pfalz 2015“, die helfen soll, dieses Potential Schritt für Schritt zu erschließen.
Zusatzinfo:
In Rheinland-Pfalz gibt es z. Zt. 15 Biomasse(heiz)kraftwerke. Mit Förderung der Landesregierung sind gerade in großen kommunalen Objekten zahlreiche Hackschnitzelheizungen, vielfach in Verbindung mit entsprechenden Nahwärmenetzen entstanden. In 28 Fällen wurden auch Machbarkeitsstudien für die Konzeption der Anlagen gefördert. So können die noch vor Ort verfügbaren Holzpotenziale im ländlichen Raum, vor allem in Gemeinden mit großem Waldbesitz, erschlossen werden. Sehr erfolgreich entwickelt sich auch die Nutzung von holzhaltigem Grünschnitt für die Wärmenutzung in kommunalen, aber auch gewerblichen Objekten. Ein Vorzeigeprojekt ist das ORC-Kraftwerk der Stadtwerke Neuwied mit großem Wärmenetz. Hier wird dokumentiert, wie eine typische Mittelstadt in Rheinland-Pfalz mit einem regionalen Stoffstrom – vor allem Grünschnitt, Hackschnitzel aus Straßenbegleitgrün etc. – wertschöpfend Strom erzeugt und mit der Abwärme Teile der Stadt unabhängig von Öl und Gas beheizt. Dieses Konzept – im Übrigen auch in Bad Dürkheim durch die dortigen Stadtwerke realisiert – soll auf mehr Klein- und Mittelstädte übertragen werden. Auf diese Art wird bisheriger Abfall zu einem Energieträger mit Wert.
Durch die Förderung von Logistikkonzepten wird das in Rheinland-Pfalz im Rahmen der Gehölzpflege anfallende Material zunehmend für die Nutzung erschlossen. Straßenbegleitpflanzungen, Naturschutz- und Landschaftsgehölze, Gewässerrandstreifen, Waldresthölzer etc. bieten hierfür noch Potenziale. Der Anbau von Energiepflanzen sowie der Betrieb von Biogasanlagen sind für viele landwirtschaftliche Betriebe ein zweites Standbein zusätzlich zur Nahrungsmittelproduktion. Es macht unabhängiger von den starken Preisschwankungen der Agrarmärkte.
 

Landesforsten Rheinland-Pfalz

 

Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz

 
MUFV, Landesforsten

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