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Erlen

Erlen regenerieren

Die Bodenschäden, die durch das Befahren mit schweren Maschinen bei der Holzernte entstehen, sind seit Jahren ein breit diskutiertes Thema. Dabei lag der Fokus neben dem Schutz durch Reisigmatten oder dem Arbeitsstopp bei Nässe hauptsächlich auf der technischen Anpassung der Maschinen. Die Wissenssenschaft sucht aber auch nach alternativen Möglichkeiten. Die Forstliche Versuchsanstalt (FVA) in Freiburg beschäftigt sich mit dem Projekt „Aktive Regeneration von Bodenschäden“ schon seit 2012 damit, wie die Bodenregeneration durch bodenbiologische sowie bodenmechanische Maßnahmen verbessert werden kann. Die Untersuchungen haben nun gezeigt, dass die Pflanzung von Erlen auf verdichteten Rückegassen ein wichtiger Beitrag sein kann. Die durchwurzlungsstarken Bäume verbessern nicht nur die Bodendurchlüftung und den Wasserhaushalt, sie beugen auch der Erosion vor.Versuchsgegenstand der FVA war ein schluffiger Lehmboden auf der schwäbischen Alb. Anders als in früheren Projekten wurde er nach der Befahrung mit einem 25 t schweren Forwarder zunächst gekalkt und gemulcht, bevor er mit Grau- und Roterlen, Faulbaum und Salweide bepflanzt wurde. Dann ermittelten die Forscher neben Parametern wie Überlebensrate, Wurzelhalsdurchmesser, Baumhöhe und Trieblänge auch das Porenvolumen des Bodens, seine CO2-Konzentration und das Wurzelwachstum. Wie aus früheren Untersuchungen bekannt, zeigten dabei die beiden Erlenarten die beste Anpassungsfähigkeit an die verdichteten Standorte, die zudem eine deutlich niedrigere CO2-Konzentration aufwiesen. Das höchste Wurzelwachstum zeigte sich auf der gemulchten Variante.In einem Teilprojekt untersucht die FVA derzeit, ob man mit Erlen der Bodenverdichtung auch vorbeugen kann, indem man sie schon bei der Bestandesbegründung auf den noch unverdichteten, späteren Rückegassen anlegt.

Daniel Haupt

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