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Sachsenforst: Erich Dehn 90 Jahre

Ende Januar feierten Angehörige des ehemaligen Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Wermsdorf in Sachsen den Geburtstag ihres früheren Direktors, Landforstmeister i. R. Erich Dehn, der am 19. Januar 90 Jahre alt geworden ist.

Geboren 1928 in Grünberg, Landkreis Graslitz/Sudetenland, dem heutigen Zelena Hora/Tschechische Republik, bedeutete der Sommer 1946 für ihn und die Familie den Verlust der Heimat durch Vertreibung. Zuvor aber blieb es ihm nicht erspart, als Oberschüler im Alter von 16 Jahren Luftwaffenhelfer in Leuna und Brüx zu werden. Dehn erlebte das Kriegsende im Reichsarbeitsdienst. Im August 1946 kam Familie Dehn nach achttägiger Bahnfahrt in Torgau (Nordsachsen) an. Nach einer Quarantäne wurde der dreiköpfigen Familie ein Zimmer in Mölbitz im Kreis Eilenburg zugewiesen.

Der Förster Erich Dehn

Schon im Januar 1947 begann Dehn die Waldarbeiterlehre im dortigen Revier Schöneiche, schloss diese 1949 mit der Waldfacharbeiterprüfung ab und erhielt dank des guten Ergebnisses die Delegierung an die Forstfachschule in Ballenstedt (Harz). Nach zwei Jahren machte er dort seinen Abschluss und durfte fortan die Berufsbezeichnung Förster führen. Im Anschluss wurde Dehn ins Ministerium für Land-und Forstwirtschaft Halle/Saale gerufen und war dort zunächst als Referent für Holznutzung in Sachsen-Anhalt tätig. Nach der Bildung der Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe in der DDR 1952, erreichte ihn der Ruf nach Torgau, wo er neben anderen Aufgaben kurzfristig auch ein Revier übernahm.

Am 21. November 1953 löste Dehn den Betriebsleiter Curt Härtwig ab und übernahm die Leitung des damaligen Forstbetriebes Oschatz in Wermsdorf. Die Eintragung in das Register der Volkseigenen Betriebe erfolgte am 3. März 1954. Nur durch das Studium der Forstökonomie an der Forstlichen Hochschule Tharandt unterbrochen, leitete Dehn auch nach Zusammenlegung der beiden Forstbetriebe Torgau und Oschatz ab 1974 den nunmehr 37.615 ha umfassenden Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb „Wermsdorf“.

Die letzte Eintragung in das Register der Volkseigenen Betriebe erfolgte am 9. November 1990 und bedeutete gemäß Treuhandgesetz die Löschung des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Wermsdorf. Dehns Aufgabe bestand nun darin, nach 37 Jahren seinen Betrieb „abzuwickeln“.

Die ehemaligen Kollegen und die „aktiven“ Mitarbeiter der Forstverwaltungen wünschen Erich Dehn eine stabile Gesundheit und ein weiterhin waches Auge für die Entwicklung der Wälder Nordsachsens.

Eckhard Riedel

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