Waldbau

Wildbienenvielfalt im Wirtschafts-Nadelwald

Bearbeitet von Martin Steinfath

Forscher der Oregon State Universität (USA) untersuchten, ob das Vorkommen und die Vielfalt von Wildbienen durch das Rücken und die Entfernung des Holzes aus den Beständen beeinflusst werden. Die Ergebnisse weiten den Blick um besser zu verstehen, wie sich Maßnahmen einer Waldbewirtschaftung auf Bienen auswirken können.

Die Bienen wurden in einem bewirtschafteten Nadelwald im Westen von Oregon über einen Zeitraum von zwei Jahren (2014 bis 2015) auf Studienparzellen untersucht. Auf den Parzellen wurden fünf Szenarien durchgeführt. Im Kern ging es um verschiedene Stufen der Entfernung von Holz und der damit einhergehenden Bodenverdichtung. So wurden z. B. auf einer Fläche – ohne Bodenverdichtung durch schweres Gerät- nur die Baumstämme entfernt. Auf einer anderen Untersuchngsfläche führten die Forschenden eine vollständige Entfernung des Holzeinschlags inkl. aller Resthölzer durch und zwar mit schweren Maschinen, also einer Verdichtung des Bodens.

Es wurden mehr als 7.500 Bienen von 92 verschiedenen Arten/Morphospezies, gesammelt, die fünf der sieben Bienenfamilien repräsentierten. Im zweiten Jahr der Studie wurden trotz identischen Probenahmeaufwands in beiden Jahren dreimal mehr Individuen gefangen, wobei die meisten gefangenen Bienen als bodenbrütende Arten klassifiziert wurden. Mitglieder der Familie der Schweißbienen (Halictidae) umfassten mehr als die Hälfte aller Exemplare, und die am häufigsten vorkommende Gattung bestand aus metallisch grünen Bienen (Agapostemon, 33,6%), gefolgt von Langhornbienen (Melissodes, 16,5%), Schweißbienen (Halictus, 15,9%) und Hummeln (Bombus, 13,6%).

In beiden Jahren waren die Häufigkeit und der Artenreichtum bei der am intensivsten behandelten Versuchsfläche am größten. Damit führte ausgerechnet die intensivste Bearbeitung des Waldes in der Folge zum größten Artenreichtum. Allerdings zeigten die anderen Flächen ähnliche Werte. Die Studie weist darauf hin, dass junge bewirtschaftete Nadelwälder, in denen das Holz entfernt wurde, eine überraschende Vielfalt an Wildbienen beherbergen kann.

Durch die von ihnen erbrachten Bestäubungsleistungen leisten die Bienen wahrscheinlich einen wichtigen Beitrag zur breiteren ökologischen Gemeinschaft.

download zur Studie (Erstveröffentlichung:1.8.2018)

Oregon State Universität