Holzverkauf und Holzpreise

Erhöhte Holznachfrage in den USA und Asien verändert Handelsströme

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Die Nachfrage nach Nadelschnittholz in Europa und den USA ist 2021 explodiert. Das begrenzte Angebot sorgte für Rekordpreise beiderseits des Atlantik im Frühjahr, gefolgt von einem Preiseinbruch in den USA im Frühsommer.

In den kommenden zehn Jahren wird die Nachfrage nach Nadelschnittholz in den meisten Weltregionen voraussichtlich hochbleiben, auch in Nordamerika und Asien. Beide Regionen sind weitgehend abhängig von importiertem Holz, erklärt die Wood Resource Quarterly (WRQ).

Nur wenige Länder der Welt können ihre Holzexporte nennenswert ausweiten und Europa, speziell Skandinavien, wird künftig eine immer bedeutendere Rolle als Holzversorger spielen. Angespanntere Schnittholzmärkte werden nicht nur die Sägeindustrie, sondern auch Waldbesitzer sowie die Papier- und Zellstoff-, die Holzwerkstoff- und die Pelletindustrie treffen.

Treibende Kräfte der Schnittholzknappheit

In einem Fokusbericht widmet sich die Wood Resources International (WRI) den treibenden Kräften hinter der weltweiten Schnittholzknappheit. Dazu gehört auch ein Ausblick auf die Entwicklung der Nachfrage in den USA und China sowie das Angebotspotenzial in Europa, Russland und anderen Regionen

Die USA sind der größte Schnittholzmarkt der Welt und sehr abhängig von importiertem Schnittholz. 30 % des in den USA verbrauchten Schnittholzes wurden während der vergangenen zehn Jahre importiert. Und der Bedarf wird voraussichtlich steigen, vor allen wegen Neubauten und Renovierungen von Häusern.

USA stärker auf Europa angewiesen

Kanada ist traditionell der bedeutendste Lieferant für Schnittholz in die USA. Die Importe von dort sind während der letzten fünf Jahren jedoch zurückgegangen. Diese Lücke haben vor allem Importe aus Europa gefüllt. Das Angebot aus Kanada wird in den kommenden Jahren aufgrund der Folgen der Borkenkäferkalamität in British Columbia und Alberta weiter sinken. Die USA werden daher zunehmend auf europäische Importe angewiesen sein, da die Nachfrage steigt und die kanadischen Importe nachlassen.

Bedarf in China wächst

Der asiatische Markt für Nadelschnittholz wächst rapide mit China als treibender Kraft. Andere Länder der Region wie Indien, Vietnam, Australien oder Südostasien werden voraussichtlich von geringen Importniveaus aus wachsen. Die Schnittholzimporte nach Japan sinken dagegen. Der Bedarf in China werde voraussichtlich bis 2025 um mehr als 5 % wachsen, schätzt WRQ. Alle Marktsegmente zeigen demnach starke Nachfragetrends und die chinesische Wirtschaft werde sich schnell von dem Corona-Tief erholen, voraussichtlich Ende 2021 bis Anfang 2022.

Wer hat genügend Nadelrundholz?

Europa ist ein wichtiger Produzent von Nadelschnittholz und die Quelle fast der Hälfte aller Exporte weltweit. Die europäischen Sägewerke werden künftig eine bedeutendere Rolle auf dem globalen Exportmarkt spielen, so WRQ. Faktoren wie die das Angebot an Nadelrundholz sowie dessen Kosten werden darüber entscheiden, welche europäischen Länder diese Gelegenheit nutzen können.

Quelle: WRQ