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Erhaltung der Moore in Rheinland-Pfalz

Erhaltung der Moore in Rheinland-Pfalz

Die Stiftung Natur und Umwelt RLP startet im Januar 2011 das EU LIFE Projekt „Wiederherstellung und Erhalt von Mooren im Hunsrück und der Eifel“. Mit einem Projektbudget von 2,7 Millionen Euro werden in enger Zusammenarbeit mit Landesforsten Rheinland-Pfalz, dem Landesamt für Geologie und Bergbau sowie dem Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz seltene und stark bedrohte Moorlebensräume nachhaltig geschützt und gesichert. Die Hälfte der Projektkosten wird dabei von der Europäischen Kommission übernommen.
Ziel des Projektes ist die Renaturierung von Mooren sowie angrenzender Offenlandbereiche. Bis 2015 werden in 14 Projektgebieten innerhalb von sechs FFH-Gebieten im Hunsrück und der Eifel Maßnahmen zur Renaturierung von Mooren durchgeführt.
 
„Moore erfüllen eine wichtige Funktion für die Umwelt. Der Erhalt und der Schutz der Moore mit ihren vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten sind ein wichtiger Baustein für den Erhalt der Biodiversität und leisten einen Beitrag für den Klimaschutz.“ sagt Ministerin Conrad, Vorstandsvorsitzende der Stiftung. In dem Projekt wird durch Wiedervernässungsmaßnahmen der natürliche Wasserhaushalt, die Filterwirkung der Flächen und die Fähigkeit Kohlenstoffdioxid zu speichern wiederhergestellt. Darüber hinaus wird die charakteristische Ausbildung des Lebensraumtyps Moor gefördert. Die Wiederansiedlung des stark gefährdeten Schmetterlings „Hochmoor-Perlmutterfalter“ wird auch anderen bedrohten Arten zugute kommen, die sich in seinem Lebensraum wohl fühlen. Begleitet wird das Projekt durch eine rege Öffentlichkeitsarbeit wie Homepage, Exkursionen und Infowege.
Wesentliche Maßnahmen
Viele Moore sind durch anthropogene Eingriffe im Moor selbst oder in ihren Einzugsgebieten erheblich hydrologisch gestört. Daher liegt der Schwerpunkt des Projektes in der Stabilisierung bzw. Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts durch geeignete Wiedervernässungsmaßnahmen (einschließlich Wegerückbau). Die Verwendung von Hackschnitzeln (Erwerb eines geländegeeigneten Hackers mit Raupenantrieb) zum Verfüllen der Gräben kann bei erfolgreicher Umsetzung einen großen Demonstrationswert für ähnliche Maßnahmen in anderen Gebieten haben.
Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der Entnahme standortsfremder Bestockungen. Aufforstungen und natürliche Verjüngung nicht standortstypischer Gehölze auf ursprünglichen Moorstandorten führen zu starken Beeinträchtigungen (Transpiration, Interzeption, Beschattung, Bodenversauerung) der potentiellen Moorstandorte und verhindern die Wiederherstellung bzw. Ausbildung der charakteristischen Lebensraumtypen. Auch in den angrenzenden naturschutzfachlich wertvollen Offenlandbereichen ist eine Entfernung des Gehölzaufkommens zur Wiederherstellung der offenen Strukturen und Renaturierung der typischen Pflanzengesellschaften vorgesehen. Unterstützend soll durch Mulchen oder auch Abplaggen die Konkurrenzkraft der vorherrschenden unerwünschten Pflanzengesellschaft geschwächt und eine Aushagerung der Standorte erreicht werden.
Auf ausgewählten Flächen sind Initialpflanzungen mit standortstypischen Baumarten bzw. ist die Ausbringung von Heuansaat vorgesehen, um die Entwicklung und Etablierung der charakteristischen Pflanzengesellschaften zu unterstützen. Darüber hinaus soll eine gezielte Wiederansiedlung des in Rheinland-Pfalz sowie in ganz Deutschland stark gefährdeten Hochmoor-Perlmutterfalters (Boloria aquilonaris) dessen Artbestand sichern, zumal die Entwicklung der von ihm benötigen Lebensräume auch zahlreichen anderen bedrohten Arten zugute kommt.
Im Mürmes wird das Moor vor allem durch Nährstoffeinträge über landwirtschaftliche Drainagestränge bedroht. Aufgrund von Landnutzungskonflikten wird hier der Bau von Schilfkläranlagen als ein besonders geeigneter Lösungsansatz betrachtet, der bei erfolgreicher Umsetzung und positiver Wirkung einen hohen Demonstrationswert für ähnliche Gebiete besitzt.
Ein besonderer innovativer Aspekt des Projektes stellt die Erfassung der Kohlenstoffeinsparungen dar, um Zertifikate zu generieren. Dies könnte als Modell für die Regeneration von Mooren entwickelt und auf andere Flächen übertragen werden. Mögliche finanzielle Einnahmen können zum Erhalt von Mooren verwendet werden.
Zahlreiche öffentlichkeitswirksame Maßnahmen und Informationsveranstaltungen sowie Publikationen dienen der Sensibilisierung und Akzeptanzförderung für das Projekt und NATURA 2000 sowie der Verbreitung der Ergebnisse.
Die Stiftung Natur und Umwelt RLP
Die Stiftung wurde 1979 gegründet. Sie unterstützt die nachhaltige Entwicklung von Natur und Umwelt in Rheinland-Pfalz. Bisher wurden bereits über 1.000 Maßnahmen im Umwelt- und Naturschutz mit einem Gesamtvolumen von 10 Mio. € unterstützt. Neben der Förderung von Projektpartnern führt die Stiftung eigene Umweltprojekte durch. In diesem Rahmen freut sich die Stiftung über die Bewilligung des inzwischen vierten EU LIFE-Projektes.
 

Nähere Infos zum Projekt

 
MUFV

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