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Erfolgreicher Start von ForstBW im Jahr 2009

„Der Landesbetrieb ForstBW ist erfolgreich gestartet und hat im ersten Jahr seines Bestehens ein positives Betriebsergebnis in Höhe von 10,3 Millionen Euro erwirtschaftet“, sagte der baden-württembergische Forstminister, Rudolf Köberle MdL, am 27. Dezember 2010 in Stuttgart. Dies sei Ergebnis eines erfolgsreichen Managements in der Betriebsleitung und in den unteren Forstbehörden. Der Landesbetrieb ForstBW bewirtschafte rund 24 Prozent der Waldfläche Baden-Württembergs, die sich im Landeseigentum befinden.
„Die neuen Finanzstrukturen im Landesbetrieb ForstBW haben sich in einer schwierigen Situation bewährt“, sagte Köberle. Aufgrund der globalen Wirtschaftskrise hätten besonders in der ersten Jahreshälfte 2009 erhebliche Störungen am Holzmarkt bestanden. Der Absatz von Holzprodukten sei weltweit erheblich gesunken und habe zu einer starken Verunsicherungen aller Marktteilnehmer geführt. „Durch die neuen Strukturen im Landesbetrieb konnten wir auf diese Marktschwankungen optimal reagieren. Nachdem sich der Holzmarkt bereits im Sommer 2009 zunehmend von der Wirtschaftskrise erholt hatte, forcierte der Landesbetrieb den Holzeinschlag in der zweiten Jahreshälfte“, erläuterte Köberle. Dadurch sei das jährlich im Sinne der Nachhaltigkeit nutzbare Holzpotential in Höhe von 2,48 Millionen Kubikmeter weitgehend eingeschlagen worden. Trotz der Marktbelebung im zweiten Halbjahr sei angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr ein Absinken des Durchschnittserlöses für den Rohstoff Holz um rund zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr allerdings nicht zu verhindern gewesen.
Positives Wirtschaftsergebnis im Jahr 2009 in 2010 noch getoppt
„Für das Jahr 2009 weist die Erfolgsrechnung im Kernbereich des wirtschaftlichen Handelns, dem Produktbereich Wirtschaftsbetrieb, ein positives Wirtschaftsergebnis in Höhe von 10,34 Millionen aus. Dies entspricht 33,13 Euro je Hektar Waldfläche oder 4,16 Euro je eingeschlagenem Kubikmeter Holz“, erklärte Köberle. Einem Umsatz von 137 Millionen Euro stünden Aufwendungen in Höhe von 127 Millionen Euro gegenüber. Dabei berücksichtige das Wirtschaftsergebnis im Sinne einer betriebswirtschaftlichen Vollkostenrechnung alle angefallenen Aufwendungen, einschließlich des anteiligen Verwaltungsaufwands. „Für 2010 rechnet ForstBW aufgrund der marktbedingt angestiegenen Holzpreise im reinen Wirtschaftsbetrieb mit einer weiteren Verbesserung seines Wirtschaftsergebnisses“, betonte der Forstminister.
Neben dem Wirtschaftbetrieb weist der Landesbetrieb weitere Produktbereiche, wie Daseinsvorsorge oder Bildung, in seiner Erfolgsrechnung aus. Diese Produktbereiche dienen in erster Linie der Umsetzung des gesellschaftlichen und gesetzlichen Auftrages. In diesen Bereichen ist das Wirtschaftsergebnis des Jahres 2009 erwartungsgemäß defizitär: Den vorhandenen und zur Aufgabenerfüllung notwendigen Aufwendungen stehen hier keine oder nur geringfügige Erträge gegenüber. ForstBW erhält hierfür keine finanzielle Abgeltung aus dem Landeshaushalt.
Im Produktbereich Daseinsvorsorge, der die Maßnahmen von ForstBW im Bereich der Schutz- und Erholungsfunktionen des Staatswaldes beinhaltet, hat der Landesbetrieb 2009 gut neun Millionen Euro aufgewendet. Hierzu zählen beispielsweise der Bau und die Unterhaltung von Erholungseinrichtungen oder die Bodenschutzkalkungen zur Bereitstellung von unbelastetem Trinkwasser.
ForstBW bundesweit größter Forstwirt-Ausbildungsbetrieb
Zu den Leistungen außerhalb des Wirtschaftsbetriebes zählt auch der Produktbereich Bildung, welcher unter anderem die Ausbildung zum Forstwirtberuf beinhaltet. Mit etwa 300 Forstwirt-Auszubildenden ist ForstBW bundesweit der größte Ausbildungsbetrieb für Forstwirte. Für diese Investition in die Zukunft wendet ForstBW jährlich etwa zehn Millionen Euro auf.
Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement wird 2011 eingeführt
„In seiner Satzung hat ForstBW die Sicherstellung der multifunktionalen und nachhaltigen Waldwirtschaft in Baden-Württemberg als einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Landes festgeschrieben. Dabei sind die Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichrangig“, sagte Köberle. Für die praktische Umsetzung dieser Zielsetzung habe ForstBW ein Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement in einem partizipativen Prozess unter Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie externer Kunden und Interessenvertreter entwickelt.
Das Strategische Nachhaltigkeitsmanagement, welches ein Zielsystem mit 18 gleichrangigen und gleichgewichteten strategischen Nachhaltigkeitszielen für die Bereiche Ökologie, Ökonomie und Soziales umfasst, wird zum Wirtschaftsjahr 2011 für die Bewirtschaftung des Staatswaldes eingeführt. Ergänzt wird das Instrument um Nachhaltigkeitsberichte. Die Einführung und die Inhalte des Strategischen Nachhaltigkeitsmanagements folgen einem Beschluss der Landesregierung Baden-Württemberg vom September 2010.
 
MLR

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