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Entwicklungen im Holztransport-Gewerbe 2011

Entwicklungen im Holztransport-Gewerbe 2011

Vor dem Hintergrund des nunmehr vorliegenden bundesweiten routingfähigen Datensatzes seitens der Navlog GmbH werden auf das Holztransport-Gewerbe innerhalb der nächsten Jahre massive Änderungen in der Transportabwicklung zukommen. Die Branche kann und darf sich dieser technischen Innovation nicht verschließen. Dennoch darf diese neue Technik nicht darüber hinwegtäuschen, dass es zwar zu bedingten betriebswirtschaftlichen Einsparungen kommen kann, die Hauptproblematik des hohen Leerfahrtenanteils im Vergleich gegenüber anderen Branchen, wegen des Einsatzes von Spezialfahrzeugen kaum abgemildert wird.
Neben den wirtschaftlichen Aspekten wird die Transportbranche zunehmend mit rechtlichen Problemen konfrontiert. Auch wenn es ein Irrglaube ist, dass nationale Unternehmen stärker als ausländische Transportunternehmen kontrolliert werden, nehmen die Kontrollen größere Dimensionen an. In diesem Zusammenhang werden stets etwaige Verstöße nach dem Fahrpersonalgesetz bzw. des Arbeitszeitgesetztes wegen Verletzungen der Lenk- und Ruhezeiten geprüft. Durch Einsatz des digitalen Tachographen und des ständigen „Beisichführenmüssens“ der Fahrerkarte, wurde der „gläserne Fahrer“ geschaffen.Bei Nichteinhaltung der Sozialvorschriften drohen für den Unternehmer  empfindliche Geldbußen. Darüber hinaus setzt sich der Verfall – d.h. Vermögensabschöpfung von angeblich rechtswidrigen Transporten – in der Anwendung der Kontrollbehörden zunehmend durch. Dabei wird dieses Rechtsinstrument nicht nur wie bisher im Zusammenhang mit Überladung, sondern auch bei Verstößen mit mangelnder Ladungssicherung oder bei  Überschreitung von zulässigen Fahrzeugmaßen angewendet. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, wann die Kontrollbehörden auch die Kunden der Holztransporteure aufsuchen um entsprechende Ahndungen vorzunehmen.
In rechtlicher Hinsicht ist insbesondere auf die VO (EG) Nr. 107/2009 hinzuweisen, die ab dem 4. Dezember 2011 in Kraft tritt. In dieser Vorschrift werden Regeln für die Zulassung zum Beruf des Kraftverkehrsunternehmers aufgestellt. Danach kann die gewerberechtliche bzw. güterkraftverkehrsrechtliche Zuverlässigkeit des Unternehmers oder des Verkehrsleiters bei bestimmten schwerwiegenden Verstößen versagt oder aberkannt werden. 
RA M. Burkhardt/BdHG

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