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Entscheidungshilfen zur klimaangepassten Baumartenwahl

Zu diesem leider weiterhin hochbrisanten Thema war der geschäftsführende Direktor des Hessischen Waldbesitzerbands e. V., Christian Raupach, am 29. Oktober zu Gast bei der Sendung „Alle Wetter!“ beim Hessischen Rundfunk.

Raupach stand Rede und Antwort zu der aktuellen Frage, die sich viele Waldbesitzer zurzeit stellen: Welche Baumarten kann ich für die Zukunft noch anbpflanzen?

Forschung hilft

Der Klimawandel stellt für die Forstwirtschaft eine besondere Herausforderung dar, denn es wird erwartet, dass die Anpassungsfähigkeit unserer Baumarten vielerorts überschritten wird. Eine waldbauliche Handlungsoption zur Risikovorsorge ist die Wahl standortgerechter Baumarten, die insbesondere im Zuge der Wiederbewaldung von Schadflächen von tragender Bedeutung ist.

Der Forschungsansatz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) schätzt das Trockenstressrisiko für grund- und stauwasserfreie Standorte über Schwellenwerte der Standortswasserbilanz. Diese verrechnet den Mittelwert der klimatischen Wasserbilanz in der Vegetationsperiode für eine 30-jährige Klimaperiode mit der nutzbaren Feldkapazität des Bodens. Die Auswirkungen der sich ändernden Klimabedingungen auf das Wachstum der Wälder und weitere Risiken werden getrennt betrachtet.

Die Empfehlungen zur klimaangepassten Baumartenwahl wurden im Rahmen des Projekts „Klimarisikokarten Forst – Verbesserte Beratungsgrundlagen für neue Herausforderungen an hessische Waldbesitzer“ (KSP-Hessen) im Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 entwickelt.

Blick in die Zukunft online

Mit einem Klick in die Karte öffnet sich hessenweit an jedem Waldort eine Tabelle mit Informationen zur Position, zum Standort und den dort empfohlenen Waldentwicklungszielen.

Beispiel einer Tabelle mit empfohlenen Waldentwicklungszielen und Baumarten für einen bestimmten Waldstandort Quelle: NW-FVA

Ein terrestrischer Standort wird mit der Standortswasserbilanz (angegeben in mm und Klassen) und der Trophie beschrieben. Für hydromorphe Standorte werden die Geländewasserhaushaltsstufe (GWH) und die Trophie angegeben.

Die empfohlenen Waldentwicklungsziele, kurz WEZ, werden nach Typen sortiert aufgelistet. Die Reihenfolge der Liste beinhaltet keine Rangfolge und ist unabhängig von der waldbaulichen Ausgangssituation. Mit einem Klick auf ein WEZ gelangt man zur detaillierten Beschreibung mit Leitbild, sukzessionaler Stellung, Schutz- und Erholungsfunktion sowie Produktionszielen. Die angestrebten Baumartenanteile werden in Entwicklungs- und Verjüngungsziel mit Hinweisen zur Mischungsform angegeben. Für jedes WEZ findet sich eine grafische Darstellung des jeweiligen Planungsbereichs nach Standortswasserbilanz und Trophie. Farblich markierte WEZ weisen auf mögliche alternative Mischbaumarten hin, auf die in Teilen des angegebenen Planungsbereichs zurückgegriffen werden soll (in Arbeit).

Darüber hinaus lassen sich übersichtliche Tabellen zur Baumartenzuordnung bzw. zur WEZ-Zuordnung – jeweils für terrestrische wie hydromorphe Standorte – über die Karte abrufen und herunterladen.

Der WEZ-Katalog steht nachfolgend zum Download zusammen mit weiteren Hintergrundinformationen und Erläuterungen zur Verfügung.

Red./NW-FVA

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