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Empfehlungen der Holzproduzenten der Nordwestschweiz

Empfehlungen der Holzproduzenten der Nordwestschweiz

Der überraschende Verzicht der Schweizer Nationalbank auf weitere Maßnahmen zur Stützung des Euro-Kurses Mitte Januar 2015 stellt die Wald- und Holzwirtschaft vor große Herausforderungen. Die Holzproduzenten erwarten von ihren Marktpartnern Fairness und Augenmaß bei den nötigen Korrekturmaßnahmen.
In Übereinstimmung mit der schweizerischen Holzmarktkommission wird ein befristeter „Euro-Rabatt“ von maximal 10 % bei stark vom Euro-Kurs abhängigen Holzverarbeitern akzeptiert. Gleichzeitig setzen sich die Holzproduzenten dafür ein, dass die Versorgung der Betriebe – zu fairen Preisen – jederzeit sichergestellt ist.
Rohholzpreise stark unter Druck
 
Mit dem überraschenden Verzicht auf die Stützung des Euro-Kurses durch die Schweizer Nationalbank ging Mitte Januar eine Schockwelle durch alle Branchen, die stark exportorientiert sind oder in direkter Konkurrenz zu Importen aus dem Euroraum stehen. Von der Maßnahme der Schweizer Nationalbank in besonderem Maße betroffen ist die Holz verarbeitende Industrie. Bereits vor dem Schritt der Schweizer Nationalbank konnten sich die einheimischen Sägereien und Plattenwerke nur mit größter Anstrengung gegen die günstigen Importe aus dem benachbarten Ausland behaupten. Mit dem Einbruch des Eurokurses hat sich ihre Situation noch einmal dramatisch verschärft. Die Rohholzpreise sind stark unter Druck geraten. Gleichzeitig müssen die Schweizer Holzproduzenten auch im Rundholz-Export empfindliche Preisabschläge hinnehmen.
Leistungsfähige einheimische Verarbeitungsbetriebe sind für die nachhaltige Pflege und Nutzung der Schweizer Wälder von größter Bedeutung. Aktuell (10.3.2015) bewegt sich der Eurokurs bei CHF 1,07. Das entspricht einem Wertverlust von gut 10 % gegenüber der bisher garantierten Untergrenze. Deshalb unterstützen auch die Nordwestschweizer Holzproduzenten grundsätzlich die Empfehlung der Schweizerischen Holzmarktkommission, die Rundholzpreise befristet um maximal 10 % zu senken.
Werden jedoch die von den größeren Holzverarbeitern angekündigten Preisabschläge von 10 bis 20 % dauerhaft durchgesetzt, können die Holzproduzenten ihre Produktion unmöglich auf dem bisherigen Niveau halten. Dafür fehlen den Waldeigentümern und ihren Forstbetrieben sowohl die ökonomischen Anreize als auch die nötigen finanziellen Reserven.
Fairness und Augenmaß
Die Holzproduzenten erwarten deshalb Fairness und Augenmaß bei der Umsetzung der Korrekturmaßnahmen. Der Euro-Kurs ist nur einer von vielen Faktoren, die den Erfolg der Verarbeitungsbetriebe bestimmen. Das zeigt auch der Blick auf die Entwicklung des Preisindexes für Rohholz in den vergangenen zehn Jahren. Zwischen 2005 und 2014 hat der Euro im Vergleich zum Franken mehr als 20 % an Wert verloren. Gleichzeitig ist aber der Holzpreisindex um gut 20 % angestiegen. Die Lasten müssen von den Holzverarbeitern und -produzenten gemeinsam getragen werden, wenn die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft aus dieser Situation nicht nachhaltig geschwächt hervorgehen soll.
Empfehlungen für die laufende Holzschlagsaison
Die Holzproduzenten der Nordwestschweiz formulieren deshalb die folgenden Empfehlungen für die laufende Holzschlagsaison:
•  Um die Auswirkungen der Frankenstärke abzufedern, ist bei exportorientierten oder stark durch Importe konkurrenzierten Verarbeitern ein „Eurorabatt“ von maximal 10 % auf den im Herbst 2014 publizierten Preisempfehlungen gerechtfertigt.
•  Die Preisabschläge müssen befristet sein. Spätestens im Sommer 2015 ist die Situation neu zu beurteilen.
•  Preisabschläge sind nicht gerechtfertigt für Energieholzsortimente und für Verarbeiter, die primär den inländischen Markt bedienen und nicht direkt durch Importwaren konkurrenziert werden.
•  Die Holzproduzenten setzen sich im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten dafür ein, dass die Versorgung der Betriebe – zu fairen Preisen – jederzeit sichergestellt ist.
Holzproduzenten der Nordwestschweiz: Bürgergemeinden und Waldeigentümer Verband Kanton Solothurn, Aargauischer Waldwirtschaftsverband, Berner Waldbesitzer, Waldwirtschaftsverband beider Basel.
Holzproduzenten der Nordwestschweiz

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