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Elmia!

Es ist wieder soweit: Die Elmia Wood – Europas wichtigste Forstmesse öffnet am 7. Juno im schwedischen Jönköping ihre Pforten. Für vier Tage wird man hier so ziemlich alles bestaunen können, was in der Forsttechnik weltweit gerade aktuell ist. Aber auch das Rahmenprogramm wurde deutlich erweitert.

Wie gut, dass Schweden um diese Jahreszeit auch eine wirklich schönes Urlaubsziel ist – in der hügeligen, waldreichen Landschaft mit ihren malerischen Holzhäusern locken viele glasklare Seen zum Baden und Fischen. Übernachten kann man für kleines Geld gleich in der Hütte nebenan.

Mit dieser geschickten Argumentation schaffen es vermutlich auch in diesem Jahr wieder viele Fans der Forsttechnik, ihren Messebesuch als Familienausflug zu deklarieren. So haben alle was davon.

Neue Bereiche

Auf dem weitläufigen Messegelände im Bratteborger Wald (man wundert sich langsam, dass hier noch Bäume wachsen, die im Rahmen der Vorführungen gefällt werden können) gibt es neben den bekannten Schleifen für Großmaschinen und Kleintechnik in diesem Jahr eine eigene „DroneZone“, einen kleinen Jagdbereich und vor allem erstmalig das Thema Holztransport (siehe Lageplan) Auch das große Event-Zelt im Elmia-Dorf ist in dieser Form neu: Hier finden neben dem allabendlichen KWF-Forsttreff, bei dem ab 17 Uhr die wichtigsten Themen des Tages jeweils in deutscher Sprache aufgearbeitet werden, auch allerhand Workshops und Seminare statt.

Seminare

Unter anderem gibt es da folgende interessante Themen zu hören (in Englisch):

8. Juni von 12:30 bis 12:55 Uhr: Online Condition Monitoring: Sensor-Überwachung von Hydrauliksystemen kann Schäden im Vorfeld erkennen.
9. Juni von 11:00 bis 11:30 Uhr: TRI – Tree Reidentifikation: Eindeutiges Identifizieren/Zuordnen von Stämmen allein durch fotografische Methoden bei der Ernte.

Wettbewerbe

Eine beliebte Abwechslung, gerade für junge Messebesucher, sind die verschiedenen Wettbewerbe, bei denen es richtig zur Sache geht. Ganz oben angesiedelt ist da natürlich die Weltmeisterschaft der Forwarderfahrer. Für Deutschland nehmen Daniel Bergmann aus Krems in Schleswig-Holstein und Peter Schubert aus Lengefeld in Sachsen teil. Sie belegten bei der Deutschen Meisterschaft in Roding 2016 die vordersten Plätze. Der Drittplatzierte Günther Weismann aus Bayern hatte in der Forwarder-WM 2013 den zweiten Platz belegt. Er fährt als Ersatzmann mit. Der Finallauf findet schon am 9. Juni um 14:30 Uhr statt. Daneben wird aber auch ein Schwedenmeister und eine Schülermeisterschaft ausgetragen. Die Motorsägen sprechen bei den schwedischen Waldarbeitsmeisterschaften. Die Stihl-Timbersports sind hier nur als Show-Veranstaltung vertreten.

Neuheiten

Vor jeder Messe wird über mögliche Trends und Neuheiten spekuliert. Besonders natürlich bei einem branchenweiten Großereignis wie der Elmia Wood. Aber es ist auch dieses Mal wieder so wie vor vier Jahren: Die meisten Aussteller zwinkern nur verschwörerisch mit den Augen und wollen im Vorfeld nichts verraten. Zum Teil mag das eine Marketingstrategie sein, damit man auf der Ausstellung mit großem Tamtam den Vorhang lüften kann. Zum Teil liegt es aber schlichtweg daran, dass auch wenige Tage vorher noch nicht ganz klar ist, ob die jeweilige Neuheit wirklich fertig wird und man sie vorzeigen kann.

Der Messekatalog listet ganze 545 verschiedene Aussteller auf. Davon sind laut dem neuen Ausstellungsleiter Jakob Hirsmark fast 200 neue Namen, die bisher auf der Elmia noch nicht vertreten waren. Insofern darf als gesichert gelten, dass es keine langweilige Veranstaltung werden wird.

Aber natürlich sind auch wieder ein paar Informationen oder doch wenigstens Gerüchte durchgesickert, worauf man sich beim Besuch freuen kann.

Große Namen

EcoLog hat schon angekündigt, keine spektakuläre Studie zu zeigen, wie beim letzten Mal, sondern ihre marktreife E-Serie. Bei John Deere war die Kranspitzensteuerung IBC vor vier Jahren eine tolle neue Errungenschaft, die sich in den Forwardern gut etabliert. Drei Jahre lang hat man getestet und angepasst, um heuer die IBC für den Harvester präsentieren zu können. Das Gedränge um den 1270 G, bei dem man das probieren darf, wird sicher groß sein. Gerade in engen Beständen soll es damit deutlich leichter sein, das Aggregat zwischen den Bäumen hindurchzuzirkeln. Premiere feiert auch der Achtrad-Harvester 1170 G, der speziell für Weichböden konzipiert wurde. Zuletzt hatten die Abgasvorschriften die Motorhaube der Grünen immer weiter nach oben geschoben. Bei dieser Maschine wurde der Motor um 180° gedreht, der Kühler wandert ans Heck. So wird der Hinterwagen wieder schlanker und nebenbei sinkt das Geräuschniveau in der Kabine. Auch Komatsu will mit dem 901 einen weiteren Harvester mit acht Rädern präsentieren. Optisch beeindruckend wird sicher die Achtradmaschine 1185, die Tigercat angekündigt hat. Das Einsatzgewicht soll bei 34 t liegen. Interessant ist die Krangeometrie mit gebogenem Hauptarm. Hinter der Bezeichnung „ER-technology“ verbirgt sich eine ähnliche Steuerung wie Deeres IBC. Rottne, die vor vier Jahren mit dem mächtigen Harvester H 21 imponierten, bringen diesmal den kleinen vierrädrigen H 8 (s. S. 73).

Spekulationen

Angeblich plant Volvo die Rückkehr in die Forsttechnik und wird in Jönköping ausstellen. Da könnten wir uns beispielsweise einen zukunftsfähigen, dieselelektrischen Hybridantrieb vorstellen, wie das bei den Maschinen von ElForest der Fall war. Generell könnte man erwarten, dass auf der Messe neben effizienzsteigernden Maßnahmen in der Motoren- und Antriebstechnik auch alternative Antriebe eine Rolle spielen werden.

Ganz sicher auf ihre Kosten werden all jene kommen, die sich für die kleinen (Hobby-)Forstmaschinen interessieren. In dieser Sparte bietet die Messe in Schweden traditionell eine sehr breite Palette, weil der Markt in Skandinavien auch entsprechend groß ist. Doch das Interesse wächst auch bei uns. Kranman, Malwa und Usewood haben Neuigkeiten offiziell angekündigt. Daneben kommt ein ganz neuer Name ins Spiel: STF aus der Schweiz (s. S. 73).

Nicht vergessen darf man natürlich die ganze Energieholztechnik. AMR aus dem Elsaß gehört zu den neuen Namen auf der Messe. Die bayerische Firma Albach wird mit ihren Großhackern ebenfalls nach Norden reisen. Der Geschäftsführer hat verlauten lassen, dass man beim Austrag der Hackschnitzel künftig 40 % an Energie einsparen kann. Wie das umgesetzt wurde, werden wir bald erfahren.

Heinrich Höllerl

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