Waldschutz

Die Biohülle

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Forstkulturen gegen Wildschäden zu schützen ist eine Daueraufgabe, die gerade angesichts der gewaltigen Schadflächen an Bedeutung gewinnt. Will man keinen Zaun bauen, ist die beliebteste Form des Einzelschutzes die Wuchshülle. Meist ist sie aus Kunststoff. Jetzt hat ein findiger Unternehmer aus Freising eine Wuchshülle aus Weidenmatten entwickelt. Sie ist vollständig biologisch abbaubar.

Karl-Heinz Freitag ist in der dritten Generation beruflich mit Weiden beschäftigt. Sein Großvater Sebastian Freitag gründete eine Korbflechterei, sein Vater Heinrich konzentrierte sich auf ingenieurbiologische Verbauungen an Straßen- und Uferböschungen. In diesem Feld ist Karl-Heinz Freitag, der die Firma 1987 übernahm, immer noch tätig. Freitag WeidenArt, wie der Betrieb heute heißt wurde noch erweitert um die Bereiche Landschafts- und Gartenbau.

Die Idee mit Weidenhüllen als Schutz vor Forstpflanzen ist 2020 entstanden und wurde mittlerweile sogar patentrechtlich geschützt. Freitag kennt die Probleme, dass Wuchshüllen aus Kunststoff oftmals nicht entsorgt werden und als Plastikmüll im Wald bleiben. Wie viele Waldbesucher kennt auch er diese Hüllen aus eigener Anschauung und ihren Mangel an Ästhetik auf der Fläche. „Plastik im Wald geht gar nicht“, sagt er.

Weidenmatten

Er überlegte also, wie man die Vorteile der Wuchshüllen nutzen könnte, ohne ihre Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Was den Einzelschutz von Forstpflanzen betrifft, sind Wuchshüllen bei den Praktikern der Favorit: leicht zu handhaben und mit hoher Schutzwirkung. Aber: Sie sind optisch im Wald eine Zumutung und müssen entsorgt werden. Im schlimmsten Fall verbleibt der Plastikmüll im Wald.

Freitag hat sich also angeschaut, welche Maße derartige Wuchshüllen üblicherweise haben, und hat versucht, etwas ähnliches aus Weiden zu bauen – damit kennt er sich berufsbedingt nun einmal am besten aus. Herausgekommen sind Matten aus Weidenruten, 110 cm lang und 40 cm breit. Die Ruten sind mit bis zu acht Sisalschnüren zu einer Matte zusammengenäht. Die Schnüre hängen 12 cm über den Mattenrand hinaus, die Enden lassen sich also bequem zur sogenannten Biohülle zusammenbinden.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Forst & Technik 11/2021 oder in unserer digitalen Ausgabe.