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Entwicklung der Stoffein- und -austräge nach einem Fichten-Kleinkahlschlag

Quelle: Forstarchiv 84; 3, 93-101 (2013)
Autor(en): KLINCK U, FRÖHLICH D, MEIWES K J, BEESE F

Kurzfassung: Auf Kahlschlagflächen kann es in den ersten Jahren nach dem Hieb zu Veränderungen der Stoffumsätze kommen, die zu verstärkten Austrägen von Nitrat und anderen Nährstoffen mit dem Sickerwasser führen. Damit ist eine Verringerung des Nährstoffpotenzials des Standortes verbunden. Zur Quantifizierung dieser Effekte wurden auf einer 1 ha großen Fichten- Kleinkahlschlagfläche im Solling zwei bis vier Jahre nach der Hiebsmaßnahme (Herbst 2003) die Stoffbilanzen der Stoffeinund -austräge für einen Standort mit podsolierter (Pseudogley-)Braunerde aus Löss über Buntsandstein erstellt und mit denen eines benachbarten Fichtenaltbestandes verglichen. Die Einträge aus der Deposition wurden mit Sammlern gemessen, wobei im Altbestand die Deposition mittels eines Kronenraumbilanzmodells aus den Messungen abgeleitet wurde. Die Austräge ergaben sich aus den Elementkonzentrationen von Saugkerzenlösungen in 1 m Tiefe und den jeweiligen Sickerwassermengen, die mit dem Modell Expert-N berechnet wurden. Im zweiten und dritten Jahr nach dem Kahlschlag (2005/06) waren die Nitrat-N-Austräge in der Summe um 35 kg ha-1 höher als im benachbarten Altbestand. Im vierten Jahr nach dem Kahlschlag (2007) gab es keine Unterschiede zwischen beiden Varianten mehr. 2005/06 waren die Stickstoffeinträge in den Altbestand in der Summe um 28 kg N ha-1 und im Jahr 2007 um 18 kg N ha-1 höher als auf der Kahlschlagfläche. Der Altbestand fungierte somit von 2005-2007 als Senke für Stickstoff, während die Kahlschlagfläche 2005/06 eine N-Quelle darstellte und 2007 eine ausgeglichene N-Bilanz aufwies. Die untersuchte initiale Phase zwei bis vier Jahre nach dem Kahlschlag gibt für den Standort im Solling keine Hinweise dafür, dass von dem Kahlschlag gravierende Belastungen für das Ökosystem selbst und dessen Umwelt ausgegangen sind.


Changes in deposition and output after a small clear-cut in Norway spruce

Abstract: After clear-cut, changes in the water and element balance can lead to increased discharge of nitrate and other nutrients. This may diminish site quality concerning the soil nutrient pool. To quantify these effects, over a period of year 2 – 4 after clear-cutting (at the end of 2003), the matter balance of input and output was compiled for a 1 ha sized small-scale clear-cut site with Dystric Cambisols out of loess above triassic sandstone in Solling (Germany) and compared to the adjacent mature Norway spruce stand. The input from deposition was measured as bulk deposition, whereby for the mature stand, deposition was derived from the measurements via a canopy balance model. The output was assessed from the element concentrations of suction cup solutions at 1 m depth and seepage water quantities, which were calculated using the model Expert-N. Year 2 and 3 (2005/06) after clear-cutting nitrate output was 35 kg N ha-1 higher than in the adjacent mature stand. Four years after clear-cutting (2007), there were no differences between the two treatments. In 2005/06, the nitrogen input in the mature stand was 28 kg N ha-1 higher and in 2007, 18 kg N ha-1 higher than on the clear-cut. According to the input and output balance, from 2005-2007, the mature stand was a sink for nitrogen. In 2005/06 the clear-cut was a source for nitrogen; in 2007 N input and output were balanced. From these results of the initial phase after clear-cutting at the site studied there is no indication, that clear-cutting has caused serious impacts on the forest ecosystem itself and on the vadose zone.

© DLV München

 

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