Forstpolitik

Die Einschlagsbeschränkung verunsichert

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Der Bundesrat hat am 26. März das Forstschäden-Ausgleichgesetz akzeptiert. Weil die großen Schadholzmengen der letzten Jahre den Holzmarkt schwerwiegend gestört haben, wird das Bundeslandwirtschaftsministerium den Fichtenholz-Einschlag vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021 auf 85 % des durchschnittlichen Einschlags der Jahre 2013 bis 2017 beschränken.

Wie der Deutsche Forstunternehmer-Verband (DFUV) mitteilt, führt die Einschlagsbeschränkung in den Reihen der Unternehmer zu Verunsicherungen. „Unsere Mitglieder berichten uns zum Beispiel, dass Waldbesitzer behaupten, es dürfe grundsätzlich kein Einschlag mehr stattfinden“, erläutert DFUV-Geschäftsführer Dr. Maurice Strunk. In Bayern sind die Forstunternehmer besorgt, weil die Bayerischen Staatsforsten ihren Frischholzeinschlag um 200.000 Fm reduzieren wollen.

Um Klarheit zu schaffen, informiert der DFUV wie folgt über den Sachstand:

  • Die Einschlagsbeschränkung gilt nur für die Holzart Fichte. Betroffen sind lediglich Forstbetriebe, die „gesunde Fichten“ einschlagen möchten und dabei beabsichtigen mehr als 85 % des durchschnittlichen Einschlages der Jahre 2013 bis 2017 zu ernten. Der kalamitätsbedingte Fichteneinschlag bleibt bei der Berechnung unberücksichtigt. Fichten-Kalamitätsholz kann weiterhin eingeschlagen werden.
  • Führen die Beschränkungen bei der Fichte zu einer Reduktion des gesamten Holzeinschlages des Forstbetriebs auf unter 70 % des im Betriebsgutachten/Betriebswerk festgesetzten Hiebssatzes, kann der Waldbesitzer den Einschlag in gesunder Fichte sogar auf über 85 % des durchschnittlichen Einschlages im Referenzzeitraum erhöhen – bis er die 70-%-Grenze erreicht. Dabei sind die Nutzungsmöglichkeiten der nicht beschränkten Holzarten anzurechnen.
  • Für den Waldbesitzer bedeutet die Aktivierung des Forstschäden-Ausgleichgesetzes gegebenenfalls steuerliche Vorteile. Nicht zur Buchführung verpflichtete Forstbetriebe können zur Abgeltung ihrer Betriebsausgaben z. B. pauschal 90 % der Einnahmen aus der Verwertung des eingeschlagenen Holzes in Abzug bringen. Bei einem Verkauf auf dem Stock sind es 65 %.
  • Regulär buchführungspflichte Forstbetriebe, müssen zwangsweise eingeschlagenes und bisher unverkauftes Holz nicht zwingend steuerlich aktivieren und im Wirtschaftsjahr einer Einschlagsbeschränkung gilt für jegliche Kalamitätsnutzung einheitlich lediglich ein Viertel des regulären Steuersatzes (Einkommensteuergesetz § 34b).

Den Wortlaut des Informationsschreibens finden Sie hier.

Den Verordnungsentwurf finden Sie hier.

DFUV/Red.