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Die eng zusammensitzenden Früchte der Traubeneiche und die Blätter mit Stiel. Foto: Wald und Holz NRW

Eine Minute am Tag des Baumes für den Baum des Jahres

Der Baum des Jahres 2014 ist die Traubeneiche. Kein anderer Baum ist so stark mit Mythen und Legenden verbunden. Die Realität sieht etwas anders aus. In fast allen Wäldern in Nordrhein-Westfalen ist die Eiche kein typischer Waldbaum; die meisten Eichen wurden hier vom Menschen gepflanzt.
Das Bild der starken, mehrere Jahrhunderte alten Eiche als Ursymbol für die Kraft unserer heimischen Wälder, ist also nur die halbe Wahrheit. In der Jugend haben es die Eichen besonders schwer. Nicht nur, dass die Eicheln eine Delikatesse für Wildschweine sind und Knospen junger Bäume auf dem Speiseplan von Reh und Hirsch stehen. In NRW haben Eichen außerdem kaum eine Chance, gegen ihren ärgsten Konkurrenten, die Rotbuche, zu bestehen. Diese wächst schneller und bildet ein so dichtes Blätterdach, dass für die Eiche zu wenig Licht zu Leben bleibt.
Und auch ausgewachsenen Eichen fällt es schwer, sich gegen aufstrebende Buchen zu behaupten. Und hier kommen Förster ins Spiel. Um Eichenwälder zu erhalten und starke, gerade gewachsene Eichenstämme zu ernten, werden Eichen gepflanzt und gefördert. Der Aufwand, bis aus einer Eichel eine alte Eiche wird, ist groß. Doch er lohnt sich. Denn neben den vielen Tier und Pflanzenarten, die in Eichenwäldern ein zu Hause finden, ist das Holz der Eichen einer der wertvollsten nachwachsenden heimischen Rohstoffe. Außerdem spielt die Eiche eine wichtige Rolle im Klimawandel. Mit Ihren tiefen Wurzeln kann sie Stürmen widerstehen und auch in trockenen Zeiten noch Wasser erreichen.
Eichen-Konzept bei Wald und Holz NRW
Um die Eichen in NRW in Zukunft noch besser zu unterstützen und ihr hochwertiges Holz ernten zu können, fassen die Eichen-Experten von Wald und Holz NRW ihr Wissen in einem Eichen-Konzept zusammen. „Mit diesem Konzept wollen wir gezielt die Eiche in NRW fördern und den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern eine Empfehlung für die naturnahe Bewirtschaftung ihre Eichenwälder an die Hand geben“, so Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW.
In dieser „Anleitung“ steht zum Beispiel, wie viele junge Eichen pro Quadratmeter gepflanzt werden müssen, wann man am besten erste Bäume fällt um andere zu fördern, mit welchen anderen Baumarten sich die Eiche verträgt und wie viele alte Eichen nebeneinander stehen können.
Fachleute unterscheiden zwischen Traubeneiche und Stieleiche. Allerdings gibt es auch Kreuzungen, bei denen keine eindeutige Bestimmung mehr möglich ist. Bei der Traubeneiche sitzen die Eicheln in einer kleinen Traube zusammen, bei der Stieleiche sitzt die Eichel einzeln am Stiel.
Eine Minute mit dem Baum des Jahres
Für die Waldbesucher ist diese Unterscheidung nicht von großer Bedeutung. Beide Arten sind schön, eindrucksvoll und sie sind vor allem unserer Aufmerksamkeit wert.
Die Empfehlung der Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW: Verbringen Sie doch am Tag des Baumes einfach einmal ganz bewusst eine Minute mit dem Baum des Jahres. Denken Sie an die Menschen die den Baum gepflanzt haben, genießen Sie das frische zarte Grün und beobachten sie die vielen Tiere und Pflanzen, die an und mit dem Baum leben. Dann hat der Tag des Baumes sich für Sie gelohnt und für den Baum.
Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen
Die Blüte der Eiche. Foto: Wald und Holz NRW Eine alte Stieleiche mit den für die Eichen typischen knorrigen Ästen. Foto: Wald und Holz NRW Die eng zusammensitzenden Früchte der Traubeneiche und die Blätter mit Stiel. Foto: Wald und Holz NRW

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