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Die Forschungsplattform AoRo für die autonome Pflanzmaschine 
im Testeinsatz
Die Forschungsplattform AoRo für die autonome Pflanzmaschine
im Testeinsatz

Eine autonome Pflanzmaschine

08. April 2023
Das schwedische Forschungsinstitut Skogsforsk leitet ein Projekt, das sich mit der automatisierten Bodenbearbeitung und Pflanzung auf Waldflächen beschäftigt. Ziel ist die Entwicklung einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine, die nicht nur die Pflanzarbeit erleichtern soll, sondern auch die Präzision bei der Pflanzung und die Anwuchsquoten erhöhen soll. Ein erster Testeinsatz der Maschine fand im September 2022 bei der Firma Bracke Forest statt.

Arctic Off-Road Robotics Lab

Basismaschine für das Projekt ist eine autonome Plattform der Technische Universität Luleå, die wir in der Forst & Technik 11/2020 bereits vorgestellt haben. Die 10 t schwere Maschine mit dem Namen AoRo (Arctic Off-Road Robotics Lab) wird auch in anderen Projekten zum Thema Autonome Forstmaschinen verwendet. Für Autoplant hat die Firma Bracke Forest ein Krananbaugerät für die Pflanzplatzvorbereitung und die Pflanzung selbst entwickelt. Bracke-Geschäftsführer Klas-Håkan Ljungberg bezeichnete das als eine herausfordernde Aufgabe, weil es nur 200 kg schwer sein durfte, also nur ein Zehntel soviel wie andere Pflanzaggregate. Das neue Aggregat besitzt einen automatischen Pflanzennachschub, nimmt die Baumzöglinge selbstständig aus der Vorratskassette und setzt sie in den Boden.

Selbstständiges Arbeiten

Zu den Herausforderungen des Projektes zählt, dass die Maschine selbstständig die Pflanzstandorte finden und den Kran mit dem Aggregat für Bodenbearbeitung und Pflanzen exakt an diese Stellen positionieren muss. Möglich macht dies unter anderem eine Stereokamera, die Baumstümpfe, Felsen und Hiebsreste erkennt. Die Maschine findet dabei mit Hilfe von Harvester- und Geodaten ihren Fahrweg. Auf Grundlage dieser Daten entscheidet sie, welche Pflanzen wo und in welcher Dichte gesetzt werden, welche Bereiche ausgespart werden und wie die Fahrroute so optimiert werden kann, dass der Energieverbrauch möglichst gering ist und neue Pflanzen rechtzeitig aufgenommen werden können.

Beteiligt an AutoPlant sind neben Skogsforsk die Technische Universität Luleå, die Königliche Technische Hochschule in Stockholm, die Firmen Bracke Forest und Skogstekniska Klustret sowie die Forst- und Holzkonzerne SCA, Södra, Sveaskog und Holmen.