Ausbildung

25 Jahre Forst & Technik

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Wenn es nach mir gegangen wäre, dann hätte ich zum 25-jährigen Bestehen der Forst & Technik gar nichts gemacht. Aber die Kollegen, die gedrängelt haben, hatten natürlich recht: Ein Vierteljahrhundert ist eine so beachtliche Zeitspanne, dass sie nicht unbeachtet verstreichen darf. Schon weil im Rückblick Entwicklungen deutlich werden, die im täglichen Geschäft gar nicht mehr präsent sind. Ein Blick auf die hier abgedruckten Titelseiten der letzten 25 Jahre macht das sichtbar.

Und trifft dies schon auf die Redaktion zu, um wieviel mehr erst auf die Leserschaft? Ist beispielsweise allgemein bekannt, dass Forst & Technik 1988 als Verbandsorgan des Forstunternehmerverbandes AfL Niedersachsen gegründet wurde? Im 1. Jahrgang hieß sie noch gar nicht Forst & Technik, sondern zunächst einfach „Nachrichten“ und später „AfL-Nachrichten“.

Ein Stück weit Kampfblatt

Der Gründer und AfL-Vorsitzende Hans-Jürgen Narjes sammelte in den mit Handtacker gehefteten Ausgaben erstmals auf Forstunternehmer zugeschnittene Inhalte: technische Fachinformationen, Vorgabezeiten für Ernteverfahren oder auch Gebrauchtmaschinenangebote – Elemente, die Forst & Technik bis heute prägen. Für den 2011 verstorbenen Gründer dieser Zeitschrift war Forst & Technik ein Stück weit auch „Kampfblatt“ für die Interessen der Forstunternehmer und gegen die Landesforstverwaltung. Die hatte damals Aufarbeitungspreise für die Holzernte erlassen, die für die Unternehmerschaft nicht kostendeckend waren.

Narjes schrieb vieles selbst, er scharte in den ersten Jahren aber auch wechselnde freie Mitarbeiter um sich: bekannter sind vielleicht Jürgen Hartig, Martin und Wilhelm Pröhl oder Michael Mussong, der heute Professor in Eberswalde ist. Ein Mitarbeiter erster Stunde war auch Werner Hoppe, der bis heute für Forst & Technik tätig ist. Was viele nicht wissen: Der erste angestellte Redakteur der Forst & Technik war von Juni 1991 bis Februar 1993 der geschätzte Kollege und heutige Herausgeber des Forstmaschinenprofis, Dieter Biernath. Er stieß in einer Phase zur Zeitschrift, als auf Initiative von Narjes in einem Bundesland nach dem anderen Forstunternehmerverbände entstanden – in Rheinland-Pfalz, Hessen, in den neuen Bundesländern, in NRW usw.

Bundesweite Fachzeitschrift

Zugleich fasste in Deutschland in diesen Jahren die hochmechanisierte Holzernte Fuß. Zwar stieg damit auch die Auflage und Forst & Technik entwickelte sich zu einer bundesweit verbreiteten Fachzeitschrift. Das hinderte Narjes jedoch nicht daran, sie Anfang 1992 an den Deutschen Landwirtschaftsverlag in Berlin zu verkaufen, einen ehemaligen VEB, den nach der Wende die Neue Presse Passau von der Treuhand erwarb, ehe sie ihn 1995 an den Bayerischen Landwirtschaftsverlag weiterveräußerte. Schon im Mai 1993 fing ich als Redakteur an und reiste – in forsttechnischen Dingen damals noch unerfahren – gleich zur Elmia Wood nach Schweden.

Seitdem hat Forst & Technik einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Betrug der Seitenumfang anfangs 36 Seiten und später 48 oder 56 Seiten, sind es heute im Normalfall zwischen 76 und 84 Seiten. Hatte die Zeitschrift 1993 rund 1 300 Abonnenten, sind es heute 8 600. Entsprechend stieg der Umsatz, der sich zu rund 60 % aus dem Aboverkauf speist und zu 40 % aus dem Anzeigengeschäft. Die Leserschaft der Forst & Technik stammt längst nicht mehr überwiegend aus Niedersachsen, sondern fast zu 50 % aus Bayern und Baden-Württemberg, rund 10 % der Abonnenten beziehen die Fachzeitschrift im deutschsprachigen Ausland.

Abgeschlossen ist die Entwicklung damit nicht. Wer die Nachrichten verfolgt, weiß, dass viele Verlage ihre Zukunft nicht mehr allein in den Druckerzeugnissen sehen und ihre Online-Angebote kräftig ausbauen. Auch Forst & Technik ist diesen Schritt schon gegangen und gestaltet seit 2010 zusammen mit den dlv-Schwesterzeitschriften AFZ-DerWald und Deutscher Waldbesitzer mit www.forstpraxis.de eine gemeinsame Webseite. Wir gehen diesen Weg weiter und werden verstärkt auch „crossmedial“ arbeiten, Print und Internet stärker verknüpfen.

 

Oliver Gabriel