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130 Teilnehmer verfolgten am Statusseminar die Neuigkeiten aus der forstlichen Forschung. Foto: Christoph Josten

Eichenwälder unter Druck – Aktuelle Forschungsergebnisse

Wissenschaftler präsentierten im Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan am 5. April 2017 ihre Forschungsergebnisse zum Thema Wald und Forstwirtschaft. Die Tagung, das 21. Statusseminar des Kuratoriums für forstliche Forschung, stellt jährlich neue Arbeiten vor.

120 Teilnehmer – Förster, Waldbesitzer und Wissenschaftler – verfolgten die Vorträge und diskutierten mit zahlreichen Wortmeldungen die Ergebnisse. Die Themen reichten von der Eiche in Naturschutzwäldern über Metagenomik als neuer Monitoring-Methode bis zu Energieholz im Ökolandbau oder gesellschaftlichen Ansprüchen an den Wald der Zukunft. Der Wald reicht damit in verschiedenste Forschungs- und Lebensbereiche der Menschen hinein.
„Wie steht es um die Eichenwälder?“ fragte der erste Referent, Markus Blaschke. Er erläuterte, dass konkurrenzstärkere Baumarten die Eiche ohne menschliches Eingreifen zurückdrängen. Bei einem Generationswechsel im Wald geht die Eiche häufig komplett verloren. Doch gerade die Eiche bringt eine unglaublich hohe Artenvielfalt an Tieren unter den heimischen Baumarten mit sich. So können bis zu 1.000 Arten an ihr leben. „Auch wenn der Klimawandel der Eiche zu Gute kommt, ist eine sehr gezielte, nachhaltige Waldpflege ist notwendig, wenn wir die Eichen langfristig erhalten wollen“ betonte der Wissenschaftler Stefan Müller-Kroehling.
Ob Holz machen für den heimischen Ofen im Winter, spazieren gehen bei Vogelgezwitscher und Frühjahrsblumen, Pilze sammeln im Herbst, Downhill fahren oder auf Pirsch gehen in der Morgendämmerung – die Wünsche an den Wald sind so vielfältig wie die Gesellschaft selber. „Doch welche Ansprüche stellt die Gesellschaft an den Wald der Zukunft? Und wie lassen sich diese optimal in der Waldbewirtschaftung berücksichtigen?“ fragte sich Gerd Lupp, der das Besucherverhalten im Wald analysierte.
Getreu dem Motto „Wer streut, rutscht nicht“ setzen Förster seit vielen Jahren auf Mischwald mit verschieden Baumarten. Der Vorteil liegt auf der Hand: wenn eine Baumart wegen Schädlingsbefall oder Dürre ausfällt, können die Nachbarn den frei gewordenen Platz für Ihr Wachstum nutzen und so die ausgefallenen Bäume ersetzen. „Kann die Douglasie die vom Klimawandel bedrohte, aber in Bayern häufigste Baumart – die Fichte – ersetzen?“ fragte sich Professor Prietzel. „Ja, teilweise“ ist die Antwort, „denn in Mischung mit der Buche hat solch ein Mischwald zahlreiche Vorteile gegenüber reinen Nadelbaum-Wäldern: zum Beispiel senken sie die Nitratbelastung im Grundwasser.“ Gegenüber reinen Nadelbaumwäldern und reinen Buchenwäldern folgen noch mehr Vorteile: Sie sind bei Stürmen stabiler, sie bilden Humus, welcher mehr Kohlenstoff bindet, sie erholen sich nach Trockenjahren schneller, und es stellt sich eine höhere Artenvielfalt in Mischwäldern ein. Eric Thurm erklärte, dass in solch einem Mischwald sogar mehr Holz wächst, als wenn ein Buchenwald und ein Douglasienwald nebeneinander stehen würden. 
 

Kurzfassungen der Vorträge

 
Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan
130 Teilnehmer verfolgten am Statusseminar die Neuigkeiten aus der forstlichen Forschung. Foto: Christoph Josten ZWFH Diese Eiche stirbt wegen junger in ihre Krone hineinwachsender Buchen langsam ab. Foto: Stefan Müller-Kroehling

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